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EuroAmusement Professional 6-2013-Leseprobe

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Von kolossalen Geschichten
und deren Machern ...
35 Jahre Heide Park
Ein Jubiläumsbericht der anderen Art

Z

ehn spontane Assoziationen und
Stichworte zum Heide Park: Colossos, Soltau, Hans-Jürgen Tiemann,
Hannes Mairinger, Merlin, Freiheitsstatue, Desert Race, Piratenhotel, Regen,
Holland-Dorf. Das ist das Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage unter
Professionals und Semi-Professionals
unserer Branche. Die Reihenfolge der
Stichworte entspricht der Häufigkeit der
Nennungen.
Lassen Sie uns anhand dieser zehn
Stichworte einige Mosaiksteine aus der
nunmehr 35-jährigen Geschichte des
Heide Parks betrachten:
Colossos: Diese noch von Parkgründer
und Altbesitzer Hans-Jürgen Tiemann
in Auftrag gegebene und 2001 eröffnete kolossale Holzachterbahn (gebaut
von Intamin und Holzbau Cordes nach
Berechnungen des Ingenieurbüros Stengel) ist nach wie vor die beliebteste und
gefragteste und weithin bekannteste Attraktion des Heide Parks und zudem europaweit eine der beliebtesten, gefragtesten und bekanntesten Achterbahnen.
Colossos punktet auch zwölf Jahre nach
der Eröffnung als Highlight des Parks.
Die Fahrt ist nach wie vor reinster Genuss, von dem Besucher nicht genug
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kriegen können. Colossos ­ das ist der
Heide Park! Wer solch einen Status
schafft, hat viel erreicht.
Soltau: Schmucke Stadt im Nowhere der
Lüneburger Heide. Zwischen Hannover,
Bremen und Hamburg zu verorten ­ die
Städte mit dem höchsten NahbesucherPotenzial des Parks.
Hans-Jürgen Tiemann: 1978 Gründer und seinerzeit (bis zum Verkauf)
Besitzer des Heide Parks. Sein Mut,
sein Engagement und sein Geld bildeten den Grundstock, die Basis für die
Etablierung des Heide Parks. Tiemann
entstammt einer traditionellen Schaustellerfamilie und verwirklichte mit
dem Parkprojekt seinen Traum. Schade,
dass er bzw. seine Familie nicht ,,bei der
Stange" blieben, sondern das Werk und
mithin den ,,Traum" monetarisierten,
um sich anderen Herausforderungen
zu widmen. Tiemann verkaufte seinen
Park Ende 2001 an die französische Tussauds-Gruppe, die wiederum Charterhouse Development gehörte. Es folgten
einige (für die Mitarbeiter wohl weniger
angenehme) Jahre mit Weiterverkauf
und Übernahme ­ eine unabhängig vom
Heide Park-Beispiel allgemein bekannte
und sich stets wiederholende Geschich-

te um Geld und noch mehr Geld. Dubai International Capital Group und
schließlich Merlin Entertainments heißen die nächsten Transfer-Stationen.
Seit nunmehr 2007 nennt Merlin den
Heide Park sein eigen, wobei Merlin bekanntlich vom US-amerikanischen Private Equity-Multi Blackstone jahrelang
beherrscht wurde (mittlerweile hat sich
die Besitzstruktur von Merlin etwas diversifiziert ­ siehe Stichwort ,,Merlin").
Bleibt zu hoffen, dass die an der Übernahme-Front nun eingezogene Ruhe
Fortsetzung findet ... im Interesse einer
kontinuierlichen Weiterentwicklung des
Parks und ­ ja! ­ auch im Interesse aller
Mitarbeiter, die, wie andere Arbeitnehmer anderswo auch, sich vom Arbeitgeber eine klare Perspektive wünschen.
Doch andererseits weiß mittlerweile
jeder im Lande, wie Private EquityKonzerne hinsichtlich ihrer Beteiligungen ,,ticken". Da sind Illusionen fehl am
Platze. Eine gute wie auch eine magere
Rendite können Segen wie auch Fluch
gleichermaßen sein ...
Hannes Mairinger: Er leitete den Park
von 2002 bis 2013. Er ist der Mann, der
den Heide Park in diesen (sicher auch
für ihn) schweren Jahren mit Übernahme und Übernahme und dem jeweils

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