< Seite 37
Seite 39 >

Seite 38

EuroAmusement Professional 5-2014-Leseprobe

Seite 38 EuroAmusement Professional 5-2014-LeseprobeFoto: © Europa-Park

Management

Geld oder Leben?!
Diese Frage könnte sich unter Umständen immer häufiger
für alle ,,normalen" Menschen stellen ­ Millionäre bzw. die
so genannten ,,oberen Zehntausend" ausgenommen. Denn
ein hohes Maß an Lebensqualität ist nicht nur mit Geld, sondern vor allem auch mit Zeit ­ zum Ausleben und Genießen
­ verbunden. Wer sein Geld, um sich all das schöne Leben
leisten zu können, jedoch mit Arbeit verdient, ist vielleicht
reich an Geld, doch arm an Zeit ... Fast scheint es wie bei der
sprichwörtlichen Katze zu sein, die sich ewig in den eigenen
Schwanz beißt ...

Die sich immer weiter verschiebende Alterspyramide, sprich
die Verschiebung der Altersstruktur in der Gesellschaft, verschärft diese Situation, denn immer mehr Menschen müssen
in Zukunft immer mehr und vor allem länger arbeiten, bevor
sie sich in das ,,Er-Leben" ihres Ruhestandes begeben können.
Prof. Dr. Torsten Widmann, Studiengangsleiter BWL ­ Tourismus und Freizeitwirtschaft an der Dualen Hochschule Ravensburg, hat die Einflüsse demographischen Wandels speziell
auf die Freizeit- und Tourismuswirtschaft untersucht und für
unsere Leser zusammengefasst.

Die Einflüsse demographischer
Entwicklungen auf die Freizeitwirtschaft
Der demographische Wandel in Deutschland
In den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten wird die Verschiebung der Altersstruktur innerhalb der Gesellschaft die touristischen Marktsegmente sowohl in quantitativer als auch
in qualitativer Sicht verändern. Zwar ist mit den gravierendsten Auswirkungen erst in 30 Jahren zu rechnen, doch bereits
heute müssen sich die touristischen Leistungsträger auf neue
Ansprüche einstellen und mit ihrer Angebotsgestaltung darauf
reagieren.
Es stellt sich nicht die Frage, ob das Nachfragepotenzial
schrumpfen wird, sondern nur wann. Die Geburtenhäufigkeit
liegt aktuell bei 1,4 Kindern pro Frau, mit einer langfristig
leicht fallenden Tendenz (1,2). 2,1 Kinder pro Elternpaar wä86 EuroAmusement Professional 5/2014

Von Torsten Widmann

ren erforderlich um die Bevölkerungszahl konstant zu halten.
Folglich wird es von Generation zu Generation immer weniger
potenzielle Mütter geben. Diese Negativentwicklung wird sich
weiter beschleunigen und die Zahl der Geburten wird weiter
sinken. So gehen alle Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung von einer sinkenden Bevölkerungszahl in Deutschland aus. Die mittlere Variante der Bevölkerungsvorausberechnung erwartet bis 2015 noch einen moderaten Anstieg der
Bevölkerungszahl um etwa eine halbe Million Menschen. Anschließend wird sie jedoch kontinuierlich sinken und im Jahr
2050 mit 75 Mio. um mehr als 7 Mio. geringer sein als heute
(82,5 Mio.).
Gleichzeitig altert die Gesellschaft. In den nächsten Dekaden
wird der Anteil der über 60-Jährigen nicht nur in absoluten

zurück zum Anfang von "EuroAmusement Professional 5-2014-Leseprobe"