< Seite 41
Seite 43 >

Seite 42

EuroAmusement Professional 3-2015-Leseprobe

Seite 42 EuroAmusement Professional 3-2015-LeseprobeManagement

In Treatment-Bereichen von
Bädern, Spas oder Hotels sind
die Sinne besonders offen. Foto:
Diavolo-Grotte im Eurothermen
Resort Bad Schallerbach.

Multisensorische
Gesamterlebnisse als Umsatzturbo

Mit allen Sinnen
Wurden die alternativen Esoterik-Stuben
mit Räucherstäbchen-Charme, bunten
Tüchern und sphärischen Klängen in den
1980ern und danach noch von Vielen belächelt, so haben sich die Basics dieses damals ,,bauchgeborenen" Empfindens und
Erlebens bis heute auf vielerlei Weise in
unseren Alltag nicht nur eingeschlichen,
sondern manifestieren sich ­ teils sogar
wissenschaftlich belegt ­ als fester Teil
modernen Lebens. Zum Glück ­ möchte mancher ausrufen, nachdem man sich
doch versehentlich mal wieder in einen
schlecht durchlüfteten öffentlichen Raum
verirrt hatte. Ganz besonders die Freizeitund Tourismuswirtschaft ­ deren oberstes
Ziel das Kreieren von emotional reichen
Erlebnissen und einzigartigen Themenwelten mit hohem Wohlfühlpotential ist
­ legt immer größeren Wert auf durchkomponierte Gesamterlebnisse.
Das, was der Mensch sehen und hören
kann, stand jahrzehntelang in höchster
Gunst ­ weil offensichtlich. Viele Unternehmen beschränkten die Darstellung
ihrer Marken und Leistungen deshalb
auf auditive und visuelle Merkmale.
Doch das allein genügt schon lange nicht
mehr. Wenn wir einen Raum betreten,
dann fühlen wir uns in diesem instinktiv
wohl ... oder eben auch nicht. Die Augen
scannen die Umgebung, die Ohren erfas84 EuroAmusement Professional 3/2015

sen feinste Geräusche ­ doch da ist
viel mehr: Unsere Füße spüren die
Bodenbeschaffenheit, die Haut reagiert auf Temperatur, Lichteinflüsse
und Berührung. Lange Zeit unterbewertet, obwohl erwiesenermaßen
schneller als der Schall, war dabei die
Olfaktorik, also der Geruchssinn. Die
Luftqualität ­ oder anders gesagt unsere Nase ­ entscheidet mehr als alles
andere über Wohlfühlen, Dableiben,
Habenwollen oder Wiederkommen ...
Heißt im Umkehrschluss jedoch nicht,
dass uns eine optisch, haptisch oder
auditiv schlecht aufbereitete Umgebung nur mit ihrem Wohlgeruch zum
Geldausgeben oder Wiederkommen bewegen könnte ... Es ist das Gesamtkunstwerk, die Choreografie, die es zu perfektionieren gilt, wenn ein Unternehmen das
volle Bindungspotenzial und die damit
verbundenen Umsatzsteigerungen samt
möglichem Folgegeschäft optimal nutzen
möchte.
Wer eine Freizeiteinrichtung oder eine
Wellnessanlage betreibt, eine Themenwelt plant und inszeniert, muss an vieles
denken. Wie leicht rückt da ein stimmiges
und wohldurchdachtes Sinneskonzept in
den Hintergrund? Thematisierung ­ vor
25 Jahren mitunter ein Luxus bei der

Planung von Freizeitanlagen ­ ist heute
fester Bestandteil einer jeden Planung,
von der thematischen Einbindung eines
jeden neuen Fahrgeschäftes im Freizeitpark bis hin zur Schaffung ganzer StoryUniversen (lesen Sie hierzu auch unseren
Beitrag auf S. 80). Höchste Zeit also, dem
Budget eines jeden Projektes nicht mehr
,,nur" Thematisierung als festen Bestandteil zuzuordnen, sondern die nächste Dimension zu erklimmen: multisensorische
Planung ­ mithin die Schaffung eines konsequent durchchoreografierten und alle
Sinne berührenden Gesamterlebnisses!
Es ist erwiesen, dass die Ansprache verschiedener Sinne sich in ihrer Wirkung

zurück zum Anfang von "EuroAmusement Professional 3-2015-Leseprobe"