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EuroAmusement Professional 5-2016-Leseprobe

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An einem Strang ziehen

Auf den Ernstfall vorbereitet

In Zeiten erhöhter Terrorgefahr ist es
zudem dringend notwendig, das Personal, insbesondere die Sicherheitskräfte,
gemäß der aktuellen Situation und den
Gegebenheiten vor Ort zu schulen und
entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten. Grundlegend ist dabei
eine exakt definierte Kommunikationsform und -kette. Kommt es beispielsweise zu ungewöhnlichen Zwischenfällen
oder tritt eine akute Gefahrensituation
ein, so muss die Meldung einer solchen
Erkenntnis oder Vermutung kommuniziert werden, ohne eine Panik auszulösen.

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit
von gezielten Kontrollen beziehungsweise für die Erweiterung der vorhandenen
Sicherheitskonzepte in Kooperation mit
geschulten Experten ist bei den verantwortlichen Betreibern erfahrungsgemäß
vorhanden, jedoch scheitert die Umsetzung in vielen Fällen an der Kosten-Nutzen-Rechnung. Natürlich muss man dabei
die geografische Lage der Freizeitanlage
betrachten. So ist beispielsweise das Disneyland Paris vermutlich stärker gefährdet, Ziel eines terroristischen Anschlags
zu werden, als ein weniger bekannter
Zoo in einer deutschen Kleinstadt. Diese
Gegebenheiten sollten bei der Erstellung
beziehungsweise Erweiterung des Sicherheitskonzepts berücksichtigt werden.

Im Zuge der terroristischen Anschläge
in der Vergangenheit haben sich einige
Freizeitanlagen bereits auf die neuen
Anforderungen eingestellt. So hat der
Europa-Park in Rust unter anderem Security-Mitarbeiter platziert, die bereits
vor dem Eingang Taschen und Rucksäcke kontrollieren. Zudem sind auf dem
Gelände seither Wachleute unterwegs,
um den Besuchern das Gefühl von Sicherheit zu geben und auch für diese
Sorge zu tragen. Auch das Disneyland
Paris greift seit den Anschlägen in der
französischen Hauptstadt zu verstärkten
Maßnahmen ­ sowohl sichtbar als auch
unsichtbar. So werden Besucher am
Eingang beispielsweise nach dem Zufallsprinzip durchsucht und mit einem
Metalldetektor überprüft. Sehr viele
detaillierte Infos zu den Vorkehrungen
geben die Verantwortlichen in der Regel
vernünftigerweise nicht Preis, um gerade hier keine Sicherheitslücke entstehen
zu lassen ­ ein weiterer Aspekt, den es
dringend zu beachten gilt.

Der Autor: Markus Weidenauer ist Geschäftsführender Gesellschafter der SecCon Group
GmbH, die seit 2004 in dieser Form firmiert.
Seither vertrauen Privatpersonen, exponierte
Familien ebenso wie Konzert- und Kulturveranstalter sowie mittelständische Unternehmen
bei Gefahrenabwehr, Präventions- und Sicherheitsmanagement auf die Kompetenz der SecCon Group. Von professioneller Erstberatung bis
zu umfangreichen Sicherheitskonzepten liefern
Weidenauer und sein Team ­ bestehend aus
kriminalpolizeilich geschulten Ermittlern, Psychologen sowie technischen Fachberatern und
IT-Experten ­ verlässliche Antworten und Einschätzungen.
www.seccon-group.de

In der Warteschleife
Engmaschige Kontrollen bieten den Besuchern Schutz, gleichzeitig verlängern
sich jedoch dadurch die Einlassphasen,
wodurch es zu Menschenansammlungen
vor den Kontrollstellen kommt. Schaut
man etwa auf das Disneyland Paris, so
verzeichnete der Freizeitpark laut Statista im Jahr 2015 rund 14,8 Mio. Besucher ­ das macht im Schnitt 40.548
Gäste pro Tag. Da diese in der Regel zu
ähnlichen Zeiten eintreffen, muss das
Personal dringend darauf vorbereitet
sein, diese Menschenansammlung zu
bewältigen und im Notfall schnell entzerren zu können, um die Sicherheit der
Besucher zu gewährleisten. Dafür ist es
unter anderem nötig, dass bei etwaigen
Kontrollen an den Ticketschaltern sowie am Einlass viele Mitarbeiter vor Ort
sind, um die Menschen möglichst zügig
durchzuschleusen. Schließlich muss es
potenziellen Attentätern so schwer wie
möglich gemacht werden, größere Menschenmengen attackieren zu können.

Und dennoch: Trotz eines auf die jeweilige Anlage zugeschnittenen Sicherheitskonzepts, lassen sich nicht alle
terroristischen Szenarien ausschließen.
Daher sollten Inhaber ebenso wie verantwortliche Mitarbeiter unbedingt auch
auf den Ernstfall vorbereitet sein: Ganz
gleich, ob groß angelegte Indoor-Freizeitanlagen oder Vergnügungsparks mit
weitläufigem Außengelände, es sollte
immer ein auf die Besucheranzahl und
die Örtlichkeit individuell zugeschnittener Krisen- und Notfallplan erstellt werden, der auch aktuelle Entwicklungen
berücksichtigt. Denn letztendlich ist es
das Ziel, dass Betreiber ihren Besuchern
auch in Zeiten, in denen Terror für Angst
und Schrecken sorgt, ein gutes Gefühl
geben, damit sie eine schöne Zeit in ihrer
Freizeitanlage erleben können.

Well Prepared?

Security in the Age of Terror
By Markus Weidenauer

Brussels, Istanbul, Paris: There has
been an increase in barbaric attacks
in places where large groups of people
gather, and subsequent growing fear
of being the victim of such attacks.
Even the suspicion of terrorist motives
behind a crime triggers the highest
alarm levels today. One of the most
glaring examples of this was the
incident at Disneyland Paris when
security forces were mobilized to
EuroAmusement Professional 5/2016

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