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EuroAmusement Professional 6-2016-Leseprobe

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Denkendorf:
Auf der Spur der Steine
Der neue Dinosaurier-Park im Altmühltal
Richtig: Denkendorf muss man nicht kennen. Der Name des rund viereinhalbtausend-Seelen-Marktfleckens nördlich von
Ingolstadt an der A9 ist bestenfalls den
Autobahnpendlern zwischen München
und Nürnberg wohlvertraut ... durch die
gleichnamige Autobahnabfahrt. Nur zwei
Kilometer davon entfernt öffnete am 25.
August der Dinosaurier-Park Altmühltal
zum ersten Mal seine Tore.
Geschichtsfreaks und Heimatverbundene jedoch wissen auch: Durch Denkendorf verlief ,,seinerzeit" ­ in den ersten
Jahrhunderten nach Christus ­ der sog.
Limes, die Grenzbefestigung der alten
Römer, die im Falle Denkendorf die
römische Provinz Raetien vom freien
Germanien trennte. Der 1861 unter dem
Bayern-König Maximilian II. errichtete Limes-Gedenkstein in Denkendorf
erinnert daran. Namentlich bekannt(er)
ist sicher vielen Lesern der Hadrianswall, der britische Limes, der im zweiten
Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde und
in etwa dem heutigen Grenzverlauf zwi22 EuroAmusement Professional 6/2016

schen England und Schottland entspricht
... und im Unterschied zum bayrischen
Limes über Strecken noch recht gut erhalten und zu besichtigen ist. Soviel zur
,,jüngeren" Geschichte Denkendorfs und
des Altmühltals.
Die eigentliche ,,Geschichte" (im doppelten Sinne) des Altmühltals liegt jedoch
viel tiefer und viel viel weiter zurück:
Insbesondere aus der Jura- und Kreidezeit wurden im Altmühltal fossile Funde gemacht ­ mehr als 900 fossile Tierund Pflanzenarten wurden hier entdeckt
(sprich ausgegraben), darunter erstmals
so einmalige Exponate wie der Archaeopteryx und der Juraventor starki. Diese Urviecher lebten vor rund 150 Mio. Jahren,
als das jetzige Altmühltal eine Art subtropische Insel- und Lagunenlandschaft war.
Als die Tiere starben, wurden sie rasch
Am Beginn des Giganten-Spazierganges steht
die Erkenntnis, dass wir auf dem Zeitstrahl der
Erdgeschichte nur einen Sternschnuppenhauch
ausmachen ...

von Sumpf und Wasser umschlossen,
und im Idealfall ,,konservierte" sie dichter Schlamm, was in den nachfolgenden
Jahrmillionen zu entsprechenden Versteinerungen führte ..., die heute fossile Juwele sind, wenn sie ausgegraben werden.
Kurzum: Die Region Altmühltal ist unter
den Forschern weltweit eine der interessantesten und zugleich ergiebigsten Grabungsstätten für Urviecher.

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