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EuroAmusement Professional 6-2016-Leseprobe

Seite 34 EuroAmusement Professional 6-2016-LeseprobeTechnologie

Inspiration

Spinning Rapids
Rides
Zwischen Großwasserrutsche und
Stromschnellen-Fahrt
Spinning Rapids Rides sind eine Mischung aus Großwasserrutsche und Stromschnellen-Fahrt. Charakterisieren kann man
sie als Wasserfahrgeschäfte mit geschlossener Streckenführung,
deren Hauptmerkmal eine längere, kurvige Abfahrt ist, auf welcher Rundboote nach unten rutschen und dabei in Rotation geraten können. Nach der großen Abfahrt führt ein Kanal, der mit
Stromschnellen versehen sein kann, zurück zur Station. Einige
Bahnen dieses Typs haben sogar zwei Abfahrten oder einen weiteren Kanalabschnitt zu Beginn der Fahrt.
Das erste derartige Fahrgeschäft überhaupt konnte der Parc Astérix in der Saison 1999 unter dem Namen ,,L`Oxygénarium"
präsentieren. Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass Spinning Rapids Rides starke Ähnlichkeiten mit den Großwasserrutschen vom Typ Family Rafting haben, welche schon länger
in den angeschlossenen Wasserparkbereichen einiger Vergnügungsparks zu finden sind. Auch diese bieten eine schwungvolle
Abfahrt in runden Booten.
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Entsprechend ist es auch wenig verwunderlich, dass gerade jene Wasserrutschen die Inspiration zum neuen Fahrgeschäftstyp lieferten; Hersteller des L`Oxygénarium ist
der ursprünglich auf Wasserparks spezialisierte Hersteller
WhiteWater West. Einen deutlichen Hinweis darauf bieten die verwendeten, aufblasbaren Boote. Diese schmiegen sich aufgrund ihrer flexiblen Natur an die Biegungen
der Rinne an, weswegen sie große Teile der Fahrt ohne
Drehung hinabrutschen. Um diesem Umstand entgegen
zu wirken und somit die Fahrt unter Verzicht allzu steiler
Kurven spannend zu halten, wurde auf einer extra dafür
errichteten Testanlage in Texas ein System getestet, welches strategisch in der Rinne verteilte Matten nutzt. Diese sind
strukturiert und befinden sich seitlich auf dem Wannenboden.
Die Bootsunterseite ist mit speziellen Bürsten besetzt, welche in
die Struktur greifen und dadurch das Boot in Rotation versetzen
können. Der Effekt ist dabei abhängig von der Beladung des
Boots.
Der Begriff Spinning Rapids Ride geht auf WhiteWater West
zurück. Da er bildlich das Fahrverhalten beschreibt und darüber hinaus die Geschichte des Attraktionstyps begründet, wird
er hier zudem generisch benutzt. Inzwischen gibt es eine ganze
Reihe ähnlicher Fahrgeschäfte anderer Hersteller mit teilweise
ganz ähnlichen Projekttiteln. Als Beispiel seien die Spinning
Rafts von Reverchon und der River Splash von ABC Rides genannt. Von letzterem gibt es zudem noch die Abwandlung Rapid
River Splash. Der Namenszusatz besagt, dass ein River Splash
zusätzlich einen Stromschnellen-Abschnitt aufweist. Praktischerweise konnte ABC seine einst für Stromschnellenfahrten
konzipierten Boote für die River Splashs ebenfalls verwenden.
Diese haben gegenüber den von WhiteWater West eingesetzten
Gummibooten den Vorteil, dass die Fahrgäste nicht über die
Bordwand klettern (und dabei häufig mit den Schuhen auf die
Sitzfläche steigen) müssen, sondern durch seitliche Öffnungen
das Boot betreten können.
Die Erstauslieferung von ABC erfolgte im Jahr 2004, damals
erhielt der Erse Park seine mit Dinosauriern gestaltete Anlage
,,Lost World". Ungewöhnlich an dieser Bahn ist der kabelbetriebene Schräglift, auf dem eine horizontale Plattform die Boo-

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