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EuroAmusement Professional 3-2017-Leseprobe

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30 Jahre Nigloland
Vor 30 Jahren nahm in Dolancourt, einem französischen Dorf im Herzen der
Weinberge der Champagne im Osten
Frankreichs, ein wunderbares Familienabenteuer seinen Lauf. Kaum ein Dorfbewohner hätte sich damals träumen lassen,
dass das Nigloland sich drei Jahrzehnte
später zu einem der beliebtesten regionalen Freizeitparks des Landes gemausert
haben würde.
In erster Linie steht das Nigloland für das
gemeinsame Projekt zweier Brüder: von
Philippe und Patrice Gélis, zwei Schaustellern, die bereits von Kindheit an über
die Straßen der Region zogen. Auslöser
für ihren Plan, auf einem kleinen, in Familienbesitz befindlichen Grundstück in
Dolancourt einen Freizeitpark entstehen
zu lassen, war eine Reise in die USA
Anfang der 80er Jahre: ,,Unser Vater
hatte die Idee bereits einige Jahre zuvor aufgebracht", erzählt Philippe Gélis.
,,Denn unser Grundstück war durch den
geplanten Bau einer Hochspannungsleitung bedroht. Deshalb diskutierte unser
Vater mit den lokalen Behörden über die

Möglichkeit, einen kleinen Park mit Zoo
zu eröffnen, um so das Projekt ,Hochspannungsleitung` abzuwenden. Dieser
Vorwand markierte gewissermaßen den
Startschuss unseres Vorhabens."

Wie alles begann
Auf der Suche nach einem originellen
Namen für ihren künftigen Park entschieden sich die Brüder Gélis für Nigloland
­ in der Sprache der Roma steht der Begriff ,,Niglo" für ,,Igel". Die Lage des
fünf Hektar großen Grundstücks brachte
Vorteile mit sich. ,,Wir hatten das Glück,
uns an einem wunderschönen Ort niederlassen zu können, wo es Jahrhunderte alte
Bäume und einen Fluss gab. Das war der
Schlüssel zum Glück", schwärmt Philippe Gélis. Als Vorbild diente den Brüdern
der Europa-Park. ,,Wir waren Schausteller, daher kannten wir die Macks als
Karussellbauer. Etwa 1983 statteten wir
dem Park einen Besuch ab und konnten
einige Gemeinsamkeiten mit Dolancourt
feststellen. Ihr Businessmodell gab uns
Hoffnung, dass auch wir unser Konzept
erfolgreich umsetzen könnten, natürlich
in kleinerem Rahmen."
Am 1. Juni 1987 öffnete der Park seine
Tore. Etwa eine Mio. Euro wurde damals
von den Brüdern investiert, inklusive
dem Erwerb von etwa zehn Kinderfahrgeschäften. ,,Diese hatten wir gebraucht
von einem deutschen Hersteller erworben. Eigentlich sollten die Attraktionen
nach Asien gehen, aber der Käufer hatte
Im Jahr 1986 fiel der Startschuss
zum Bau des Freizeitparks.

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Abstand davon genommen. So konnten
wir sie zu einem Drittel ihres Wertes
erwerben, obwohl sie neu waren. Das
war ein gutes Geschäft, denn noch heute sind die Fahrgeschäfte in einem TopZustand", erzählt Philippe Gélis.
Rasend schnell stellte sich der Erfolg
ein: 96.000 Besucher konnten bereits im
ersten Betriebsjahr verzeichnet werden,
doppelt so viele wie die Gélis erwartet
hatten. ,,Zu Beginn dachten wir noch,
dass wir unseren Schaustellerbetrieb parallel fortführen und sechs Monate im
Jahr Urlaub machen könnten", sagt Patrice Gélis mit einem Schmunzeln. ,,Wir
waren jung und begeisterungsfähig, aber
wir ahnten nicht im Geringsten, dass das
Nigloland solch einen Berg an Arbeit mit
sich bringen würde. Deshalb verkauften
wir unsere Karussells letztendlich, um
uns in Vollzeit auf das Parkgeschäft konzentrieren zu können."
Obwohl die Meinungen der Gäste positiv ausfielen, gehörte der Park eher zu
den kleineren Anlagen. Doch schon bald
machten sich die Gélis-Brüder daran,
den Park zu erweitern. ,,In den letzten 30
Jahren haben wir das Nigloland konstant
weiterentwickelt, immer mit derselben
Strategie: kontinuierlich in den Fortschritt investieren, gleichzeitig jedoch
vorsichtig agieren, um im Falle von unangenehmen Überraschungen gewappnet zu sein", so Philippe Gélis.
In ihrer zweiten Saison konnten sich die
Betreiber über einen Bankkredit freuen,
der es ihnen ermöglichte, nicht zuletzt in
den Kauf einer Achterbahn des Herstellers Soquet zu investieren. Das Publikum
reagierte prompt und so konnte der Park
188.000 Eintritte verzeichnen. Auch im
folgenden Jahr, in dem ein Flume Ride
von Mack Rides Einzug in den Park hielt,

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