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EuroAmusement Professional 3-2017-Leseprobe

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VDFU-Mitgliederversammlung 2017

Business-Netzwerk
und ,,herzige Gemütlichkeit"
Mehr als 180 Teilnehmer trafen sich vom
13. bis 15. Februar in München zur diesjährigen Mitgliederversammlung des
Verbandes der Deutschen Freizeitparks
und -unternehmen e.V. (VDFU). Repräsentanten aus insgesamt 104 Mitgliedsbetrieben ­ darunter 33 Freizeitanlagen
und 71 Förderunternehmen ­ waren nach
München gereist, um das Geschäftsjahr
Revue passieren zu lassen und im Austausch mit den Kollegen zu erörtern, wie
sich die Branche in den zurückliegenden
zwölf Monaten entwickelt hat.
Nach einem zünftigen Eröffnungsabend
im traditionsreichen Münchner Augustiner-Keller starteten die Freizeitprofis am
nächsten Morgen direkt mit einem informativen Programm in den Konferenztag.
So präsentierten zahlreiche Fördermitglieder des Verbandes im Rahmen einer
kleinen Ausstellung ihre Produkte und
Dienstleistungen. Die Freizeitanlagenbetreiber nutzten diese Möglichkeit für
den direkten Dialog mit den Anbietern,
zum Probieren und Vergleichen nicht
nur gerne, sondern auch ausgiebig.
In einem moderierten ,,Expertentalk"
diskutierten Joachim Löwenthal (Allgäu
Skyline Park), Roman Hauer (Mack Rides) und Stefan Kasper (TÜV Süd) die
nicht ganz ,,leichte Kost" der EuroNorm
13814. Die EU-Verordnung EN 13814
regelt bereits seit mehreren Jahren in
Ablösung der DIN 4112 die Sicherheit
von Fliegenden Bauten und Anlagen für
Veranstaltungsplätze und Vergnügungsparks. Mit Einführung der EN 13814
haben die Bauministerien der deutschen
Bundesländer Teile dieser Norm direkt
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in deutsches Recht umgesetzt. Seit ihrer unausgegorenen Einführung gibt es
bereits mehrere revidierte Fassungen,
eine Unmenge an Fragen, verunsicherte Vergnügungsanlagenbetreiber und
von einem ganz viel: ein hohes Maß an
Interpretationsspielräumen ... Die Expertenrunde brachte die aufmerksamen
Zuhörer nicht nur auf den aktuellsten
Stand der EN 13814, sondern erörterte
auch einige konkrete Forderungen aus
den revidierten Fassungen ­ so zum Beispiel die Problematik der neu eingeführten betreiberseitigen Gefahrenanalyse
(Operation and Use Risk Assessment)
und wie sich diese von der herstellerseitigen (Design Risk Assessment) unterscheidet. Mit welchen Auswirkungen
müssen die Parkbetreiber in nächster
Zukunft rechnen und wie sollten sie sich
auf den Fortgang der ,,never ending sto-

Alle Mitglieder des VDFUVorstandes wurden für die
neue Legislaturperiode
wiedergewählt.

ry" am besten heute schon einstellen, um
stets rechtssicher agieren zu können. Der
TÜV und alle anderen gesetzlichen Prüfinstanzen bieten dabei selbstverständlich
ihre Unterstützung an. Bezahlen und geradestehen müssen am Ende zumeist die
Betreiber und Lieferanten ... Wie sehr
dieses Thema die VDFU-Mitglieder
beschäftigt, wurde an den zahlreichen
Wortmeldungen aus dem Auditorium
deutlich.
Im Rahmen der ,,VDFU-Akademie"
erfuhren die Tagungsteilnehmer in diesem Jahr von Hardy C. Koth (Vorstandsmitglied der Vocatus AG), was wohl
die richtige Preisstrategie für Freizeitparks sei. In seinem Vortrag räumte der
Marktforscher mit einigen Mythen auf
und inspirierte die Zuhörer, ihre eigene Preisstrategie zu überdenken. Koth
ließ teilhaben an seinen entscheidungspsychologischen Überlegungen darüber, wie und wann Entscheidungen am
besten getroffen werden, warum es den
,,Homo oeconomicus" in der Realität
nicht wirklich gibt, und warum ,,Preisbereitschaft kein Tank, sondern ein Muskel
ist, der ständig trainiert werden muss,
um größer zu werden" ... Koths Empfehlung an die Freizeitparkbetreiber lautete deshalb auch, dass Vergünstigungen
besser vermieden werden sollten, wenn
man die Preisbereitschaft aufrechterhalten möchte, und dass es keinen Grund
für ein wettbewerbsorientiertes Pricing
Klaus-Michael Machens, alter und neuer
VDFU-Präsident, zeichnete in seinem
Geschäftsbericht ein optimistisches Bild
der Branche.

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