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EuroAmusement Professional 4-2017

Seite 102 EuroAmusement Professional 4-2017Kletterspaß in Seilen bietet auch
Karls Erlebnisdorf in Rövershagen.

BusinessReport

Normausschuss sind und dank ihrer Expertise im Bereich der Seilspielgeräte
die Norm speziell im Segment ,,Raumnetze" (DIN EN 1176-11) mitgestalten
konnten. Bereits an den eingangs erwähnten Risiko-Fragestellungen wird
deutlich, dass die Balance zwischen
Sicherheit und Nutzen auf Spielplätzen
durchaus ein gewisses Maß an Gefahr
verträgt, der die Kinder beim Spielen
auf den Geräten ausgesetzt sind. In der
Einleitung zur Norm wird dies auch damit begründet, dass Klettern und Spielen
,,ein grundsätzliches menschliches Bedürfnis befriedigt und den Kindern die
Gelegenheit gibt, in einer kontrollierten
Umgebung etwas über Gefahren und
ihre Folgen zu lernen" (vgl. Einleitung
Norm). ,,Deshalb legt die Norm zwar
klare Kriterien fest, welche die Kinder
vor Unfällen mit schwerwiegenden Verletzungen schützen sollen, leichtere Verletzungen wie Prellungen, Quetschungen oder Brüche werden im Rahmen der
Risikoakzeptanz jedoch in Kauf genommen", weiß Jörg Prechter.

Wer gerne in den Seilen hängt ... soll sich
auch sicher fühlen dürfen

Sicherheit
an Seilspielgeräten
Wenn es um das Thema Sicherheit auf
Kinderspielplätzen bzw. an Spielgeräten
geht, wird es häufig emotional. Insbesondere schlagen die Wellen in Diskussionen
zwischen Spielgeräteherstellern, -betreibern oder Prüfinstanzen oftmals hoch,
wenn es um Höhen und Bodenbeläge
oder um Gefahren des Hängenbleibens ­
zum Beispiel bei Seilspielgeräten ­ geht.
Um mehr Sachlichkeit in dieser Thematik zu erreichen, wollen wir einen Blick
auf die Spielplatznormen werfen, nachdem sich der Verband der Hallen- und
Indoorspielplätze (VDH) bereits in unserer Mai-Ausgabe zu Produktsicherheit
und Prüfverfahren geäußert hat. Sicher102 EuroAmusement Professional 4/2017

heitstechnische Anforderungen an Spielplatzgeräte sind in der sogenannten DIN
EN 1176 festgelegt, die in ihrer aktuellen Fassung seit Sommer 2009 gültig ist.
Im Kern geht es dabei um zwei Fragestellungen: Wie viel Sicherheit ist nötig,
um Kinder vor unvorhersehbaren Gefahren zu bewahren? Und zweitens: Wie
viel Risiko ist möglich, damit die Kinder Spaß und Freude am Spielen haben,
ein selbstsicherndes Verhalten trainieren
und darüber hinaus auch ein Gefahrenbewusstsein entwickeln können.
Wir fragten hierzu bei Jörg Prechter und
Karl Köhler von der Berliner Seilfabrik
nach, die seit vielen Jahren Mitglied im

Was speziell aber unter einem Raumnetz
zu verstehen ist, erläutert Karl Köhler,
geschäftsführender Gesellschafter der
Berliner Seilfabrik, so: ,,Konkret geht es
um Klettergeräte, die in geometrischer,
dreidimensionaler Anordnung aus Seilen
oder Ketten bestehen und somit nachgiebig sind. Solche Raumnetze findet man
zum Beispiel bei Mittelmastgeräten,
in Seilspielhäusern oder bei Custom-

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