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EuroAmusement Professional 4-2017

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Nachgefragt
bei:
Am 13. April 2017 eröffnete das
Themepark & Resort Slagharen seine neue Achterbahn ,,Gold Rush"
von Gerstlauer Amusement Rides
­ den ersten Triple Launch Coaster
der Niederlande. Aus diesem Anlass sprach EAP mit Slagharens Geschäftsführer Wouter Dekkers über
den neuen Signature Ride.
EAP: Wann und warum fiel die Entscheidung für den Abschied vom ,,Thunder Loop", dem guten alten Looping Star
von Schwarzkopf?
Wouter Dekkers (WD): Thunder Loop hatten wir ursprünglich noch bis maximal 2018 eingeplant. Doch dann stellte sich
Anfang 2016 heraus, dass uns für den weiteren Betrieb Kosten in Höhe von ca. 700.000 Euro u.a. für eine neue Kette, den
Zug und die Überprüfung der Schweißnähte entstehen würden. Da selbst das uns keine erfolgreiche TÜV-Zertifizierung
garantierte und wir dadurch unseren Gästen auch keine gut zu
vermarktende Neuheit präsentieren konnten, haben wir uns
für den vorzeitigen Bau eines neuen Signature Rides für unseren Park entschieden.
EAP: Welche Anforderungen hatten Sie an die neue Achterbahn und welche Hersteller kamen dafür in Frage?
WD: Die Achterbahn sollte auf dem ehemaligen Gelände von
Thunder Loop auf einer Grundfläche von 60 mal 60 Metern
entstehen, unter der dort fahrenden Monorail herführen und
über einige Elemente wie z.B. einen Triple Launch verfügen,
der so in den Niederlanden noch nicht existierte. Für Gold
Rush haben wir einige potenzielle Hersteller kontaktiert, von
denen am Ende noch zwei mit ähnlichen Konzepten im Rennen waren. Dazu passte, dass beide Hersteller Erfahrungen
im Launch-Coaster-Bereich hatten. Für Gerstlauer sprach
letztlich ­ neben meinen guten Erfahrungen aus der Zusammenarbeit bei ,,Van Helsing's Factory" während meiner Zeit
im Movie Park Germany ­ vor allem das Versprechen einer
fixen Fertigstellung bis zum April 2017.
EAP: Was waren die größten Herausforderungen während
der Bau- und Planungsphase?
WD: Die größte Herausforderung war die kurze Zeit von der
Planung bis zur Eröffnung der Attraktion, in der bis zuletzt
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Wouter Dekkers,
Geschäftsführer
Themepark & Resort
Slagharen
viele kurzfristige Entscheidungen gefällt
werden mussten, um das Projekt weiter
voranzutreiben und die Arbeiten und Belange der vielen beteiligten Mitarbeiter
und Firmen zu koordinieren.
EAP: Warum musste Gold Rush nach einer Woche wieder schließen?
WD: In der Woche nach Eröffnung stellte sich heraus, dass
sich die Stützen der Bahn im Betrieb minimal bewegten.
Obwohl dies weder eine Gefahr für die Fahrgäste darstellte
noch dem Hersteller anzulasten war, wollten wir dies von Anfang an korrigieren und haben uns deshalb für eine sofortige
Schließung entschieden, um die Ursachen umgehend zu untersuchen und zu beseitigen. Die Analyse kam zu dem Ergebnis, dass die gegossenen Taschenfundamente nicht vollständig mit Beton ausgefüllt waren, sondern sich in ihnen kleine
Löcher mit Wasser gebildet hatten. Die Taschenfundamente
wurden in den folgenden Tagen nachgebessert, so dass wir
Gold Rush nach nur einer Woche wieder in Betrieb nehmen
konnten. Die Tage der Überarbeitung haben wir gleichzeitig
genutzt, um ­ wie generell üblich ­ die Drehmomente an den
Schrauben entlang der Strecke zu überprüfen, was ohnehin
regulär notwendig gewesen wäre.
EAP: Welche Folgen hatte die Schließung für Sie und Ihre
Gäste?
WD: Wir selbst haben es wohl am meisten bedauert, Gold
Rush unseren Gästen trotz großer Ankündigungen und Werbekampagnen schon kurz nach der Eröffnung für einige Tage
nicht mehr anbieten zu können. Auch eine eigens wegen Gold
Rush geplante Tagesveranstaltung, mit mehreren Achterbahn- und Freizeitpark-Fanclubs, mussten wir leider kurzfristig absagen. Ansonsten haben wir natürlich in verschiedenen
Medien und am Parkeingang informiert. An den wenigen Tagen, an denen Gold Rush geschlossen war, haben wir allen
Gästen eine Freikarte für einen weiteren Parkbesuch in 2017
geschenkt und freuen uns auf ihr Wiederkommen.
EAP: Haben Sie Erinnerungen an den Park aus Ihrer Kindheit?
WD: Aus meiner Generation war wohl fast jeder als Kind einmal im damaligen Ponypark Slagharen und in Efteling, da es in
den Niederlanden kaum andere Angebote dieser Art gab. Und
natürlich war auch ich früher mit meinen Eltern und Geschwis-

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