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EuroAmusement Professional 4-2017

Seite 23 EuroAmusement Professional 4-2017Parks

Die kugelförmig gebogenen
Leinwände tragen zu einem
immersiven Erlebnis bei.

Der französische Themenpark entschied
sich beim Ride-System für eine Version
des kanadischen Anbieters Dynamic
Attractions, der in der Vergangenheit
bereits für Disney und andere amerikanische Großkunden sowie die chinesische Wanda-Gruppe tätig war. Das Unternehmen Soaring Attractions, das sich
aus einer Gruppe von Entwicklern, Designern und Ingenieuren, darunter auch
ehemalige Disney-Imagineers, zusammensetzt, engagiert sich ebenfalls im
Bereich der Flying Theater und eröffnete 2013 in Vancouver mit ,,Fly Over
Canada" (vgl. EAP, Heft 6/2013) eine
solche Attraktion. Die Anlage dort wurde in Zusammenarbeit mit dem in Taiwan ansässigen Unternehmen Brogent
und deren europäischen Vertretern von
Vekoma (Stichwort: ,,i-Ride") realisiert.
Mit ,,Wings Over Washington" erfolgte
im letzten Jahr am Pier 57 in Seattle die
Eröffnung eines weiteren Flying Theaters von Dynamic Attractions.
Auch Simtec Systems, der deutsche Spezialist für Simulator-Systeme, bietet mit
seinem ,,HEXaFLITE"-Theater diese Art von Ride an, das vor allem bei
chinesischen Kunden großen Anklang
findet und in China auch zum ersten
Mal installiert wurde (vgl. EAP, Heft
2/2015). Zu den weiteren Anbietern dieser Branche gehört auch das britische
Unternehmen Simworx, das mit seinem
gemeinsam mit der Firma Mondial entwickelten ,,360° Flying Theatre" eine
entsprechende Attraktion offeriert. Und
auch das Bremer Unternehmen Huss
Park Attractions hat eine Version des
Flying Theaters im Portfolio, von dem
Ende des letzten Jahres unter dem Namen ,,Movie Base XS" eine kompaktere Version vorgestellt wurde (vgl. EAP,
Heft 5/2016).

Das zweite Flying Theater in Europa
ging im April im neu eröffneten Ferrari
Land in der spanischen Provinz Tarragona (als Teil des PortAventura Resorts)
an den Start (vgl. S. 42). Die auf den Namen ,,Flying Dreams" getaufte Attraktion wurde von Brogent geliefert. Und
auch der mit 5,5 Mio. Besuchern im Jahr
2016 größte Freizeitpark Deutschlands,
der Europa-Park in Rust, arbeitete für
die Umsetzung seiner neuen Großattraktion ,,Voletarium", der Neuheit dieser Saison, mit dem taiwanesischen Anbieter zusammen.

Von Project V zu Voletarium
Nachdem der Europa-Park Mitte des
letzten Jahres mit ,,Irland ­ die Welt der
Kinder" seinen 14. Themenbereich eröffnet hatte (EAP, Heft 5/2016), kündigte der Park gleich im Herbst sein nächstes großes Projekt an. Damals noch
unter dem Arbeitstitel ,,Project V" kommuniziert, sollte für 20 Mio. Euro das
größte und spektakulärste Flying Theater Europas gebaut werden ­ laut Park
die größte Investition in ein Einzelfahrgeschäft in der Geschichte des Parks.
Nach neun Monaten Bauzeit wurde Voletarium, so der offizielle Name der Attraktion, im Juni an die Besucher übergeben.
Wie vom Europa-Park nicht anders zu
erwarten, haben der Park und die Familie Mack keine Kosten und Mühen
gescheut, ihren Gästen erneut etwas
Einzigartiges zu bieten. Aber nicht nur
die Höhe des Investitionsvolumens allein, sondern auch die Kreativität, die
den Entwicklungsprozess begleitete und
letztendlich zu einer enorm aufwändigen
Thematisierung sowie einem tollen Ge-

samterlebnis führte, ist bemerkenswert.
Doch zunächst einmal die Zahlen: Das
Hauptgebäude der neuen Attraktion, die
im Themenbereich ,,Deutschland" entstanden ist, nimmt eine Grundfläche von
63 x 39 Metern ein. Die gesamte Baufläche beträgt 4.800 Quadratmeter. Anders
als bei der Anlage im Futuroscope, die
auf 84 Gäste pro ,,Flug" ausgelegt ist,
wurden in Rust gleich zwei Theatersäle
mit jeweils 70 Sitzplätzen errichtet. Diese teilen sich in sieben Gondeln, verteilt
auf drei Etagen, pro Saal auf. Somit verfügt jede Gondel über zehn Sitzplätze.
Bei einer ,,Flugzeit" von 4,5 Minuten pro
Vorstellung ist eine theoretische Kapazität von 1.400 Personen pro Stunde möglich. Die jeweils in den 16 Meter hohen
Kuppeln untergebrachten kugelförmigen
Leinwände besitzen einen Durchmesser
von 21 Metern und eine Fläche von über
400 Quadratmetern.
Die Wahl des Standortes der neuen Attraktion war eine strategische Entscheidung: Direkt links hinter dem Parkeingang und der Station des ,,EP-Express"
gelegen, war es das Ziel der Familie
Mack, auch tagsüber mehr Besucher in
die ,,Deutsche Allee" zu locken ­ ein Bereich, der hauptsächlich aus Shops und
Restaurants besteht und bislang zumeist
in den Morgen- und Abendstunden von
den Besuchern frequentiert wurde. Ein
Novum der neuen Attraktion sind die

In Stein gemeißelt: Die Geschichte zu Voletarium
erzählt den Traum vom Fliegen, den die Gebrüder
Eulenstein träumten.
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