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EuroAmusement Professional 4-2017

Seite 3 EuroAmusement Professional 4-2017Editorial

Was heißt denn hier
,,Reizüberflutung"?

"Sensory overload"
everywhere?

Immer drauf, da geht noch was! Wir muten uns und vor allem
unseren Kindern heute immer mehr gleichzeitig zu. Immer
mehr, jetzt und sofort. Nur nicht warten, nur keine Lücke aufkommen lassen! Und wir sind enttäuscht, wenn die ,,undankbaren Blagen" kaum oder nur sehr flache positive emotionale
Regungen zeigen ­ umso stärker jedoch die teils aggressiven
Quengel-Momente ... Viel zu selten stellen wir uns nämlich
meiner Meinung nach die Frage der Maßhaltigkeit. Ja, wir haben gelernt, dass Multitasking möglich ist, sofern wir nicht
versuchen, geistig anspruchsvolle oder gar komplexe Leistungen gleichzeitig vollführen zu wollen ... Das ist nachgewiesener Maßen mit der Rechnerleistung eines menschlichen Gehirns nun mal einfach nicht machbar.

Always raise the game, come on, you can do more! These
days we demand more and more of ourselves and especially
of our kids, all at the same time. Always more, and always
right now. For goodness sake, don't wait, no breaks, not for
a minute! And then we're disappointed when our "ungrateful
brats" show scarcely any positive emotion ­ but plenty
of whiny, sometimes even aggressive, grouchiness. As far
as I can tell, we don't question our sense of proportional
moderation enough, of balance. Yes, we've learned that
multitasking is possible; that is, as long as we're not trying to
do too many mentally demanding or complex things at once ...
It's been proven that the human brain simply can't manage
that very well.

Wenn ich an die großen neueren Indoor-Parks in aller Welt
denke, befällt mich dasselbe Unwohlsein, wie spätestens am
dritten Tag der Dauerbeschallung und -bespaßung in Las Vegas, wenn Sie verstehen, was ich meine. Nicht Multitasking
sondern Reizüberflutung macht uns krank. Wenn durch die
Sinne so viele Reize ­ akustischer und visueller Art ­ gleichzeitig auf uns einstürmen, können sie nicht mehr verarbeitet
werden und führen zu einer psychischen Überforderung. Das
Ergebnis: Stress, Hektik, aggressive Reaktionen und schnelle
Erschöpfung. Ein Faktor, den wir aufmerksam in jegliche Projektplanungen in unserer Branche einbeziehen sollten. Denn
gestresste und erschöpfte Park-Besucher oder Bade-Gäste
sind keine wirklich zufriedenen Konsumenten ... Aber genau
das ist doch unser aller Ziel: zufriedene, glückliche Besucher,
die gerne wiederkommen und unser Produkt weiterempfehlen.
Dabei geht es keinesfalls um Minimalismus in der Thematisierung ­ obwohl auch da mitunter Gestaltung und Überfrachtung verwechselt werden ­, sondern um den Einbau von
Breaks. Themenparks, deren Bereiche durch thematisierte
Relaxation-Areas geschickt unterteilt werden ­ ein gutes Beispiel bieten hierbei Efteling oder Tripsdrill ­ verzeichnen entspanntere Besucher ... Nicht jeder hat freilich dieselben Flächenverfügbarkeiten. In der Budgetplanung eines jeden neuen
Projektes sollten Entschleunigungszonen jedoch ein Must
sein. Entschleunigungsareas sind eine wichtige und sinnvolle
Investition. Denn bei geschickter Einbeziehung ­ und hier ist
die Kreativität der Planer gefragt ­ führen diese Areale m.E.
schneller zu Wiederholungsbesuchen und zur Steigerung der
Nebenumsätze ...
meint

When I think about the newer large-scale indoor parks
around the world, I get the same queasy feeling one notices
after the constant bombardment of noise, lights and alleged
"fun" on the third day of a trip to Las Vegas, if you know
what I mean. It's not multitasking, but sensory overload that
makes us ill. When our senses are bogged down with too
much acoustic and visual stimulation at the same time, our
brains can no longer properly process it all and our mental
stress levels skyrocket. We react with even more stress and
impatience, and we have a short fuse for aggression and
exhaustion. This is a factor we should carefully consider in
any project planning in our industry, because park visitors or
bathing guests who are stressed-out and tired are not satisfied
customers. And after all, isn't that precisely what we want:
satisfied, happy visitors who can't wait to come back and who
recommend our product to their friends?
I'm not talking about stripped-back, minimalist theming ­
although it's true that in some cases design and "overkill"
seem to be mistaken for the same thing. No, I'm just talking
about including breaks. Theme parks such as Efteling or
Tripsdrill that wisely include themed relaxation zones in their
various theme areas simply have more relaxed guests. Now
admittedly, not every leisure operation has as much available
space, but the budgeting for any new project should view the
inclusion of "chill-out" zones as a must. Areas where guests
can relax are an important, sensible investment. I believe that
the inclusion of such spaces, naturally requiring creativity
on the part of planners, more quickly yields return visits and
increased extra revenues.
So says...

Ihre

Yours,
Petra Probst
(Chefredakteurin / Editor-in-Chief)

EuroAmusement Professional 4/2017

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