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EuroAmusement Professional 4-2017

Seite 99 EuroAmusement Professional 4-2017Edutainment

Reisen
durch den Kosmos
Faszinierende Fulldome-Projektionen
im Planetarium Hamburg
Seit dem 14. Februar dieses Jahres strömen Kosmos-Begeisterte und HobbyAstronomen wieder durch die Türen
des Planetarium Hamburg, das nach
rund 16 Monaten des Umbaus im denkmalgeschützten Wasserturm am Rande
des Hamburger Stadtparks in frischem
Glanz erstrahlt. Unter dem bisherigen Erdgeschoss im Sockelbereich des
Turms ist eine neue Etage mit einer
Nutzfläche von ca. 1.200 Quadratmetern
entstanden, die für Besucher ab sofort
über zwei barrierefreie Türen auf Stadtparkniveau zugänglich ist. Das modernisierte, jetzt zweigeschossige Foyer ist im
Volumen rund sieben Mal größer als vor
dem Umbau und verfügt mit dem ,,Café
Nordstern" auch erstmalig über eine
angeschlossene Gastronomie, die vom
Münchener Catering-Anbieter Kofler &
Kompanie betrieben wird.
Zwei geschwungene Treppen und ein
gläserner Aufzug führen in den oberen
Bereich des Foyers, dessen Decke ein
nostalgisch anmutendes Gemälde mit
Sternbilddarstellungen aus dem Jahr
1930 ziert. Auf dieser Ebene befindet
sich das ,,SpaceLab" mit interaktiven
Ricoh-Lerntischen und Großbildschirmen. Die Lerntische verfügen über zwei
verschiedene Nutzungsprofile: ,,Profil 1"
bietet Zugang zu einer NASA-Software,
die Besuchern einen Blick auf die Erde

und andere Planeten ermöglicht. Aktuelle
Daten wie z.B. Satelliten-Umlaufbahnen
oder Wetterphänomene werden auf dem
Display dargestellt. Das zweite Profil
hält ein Infotainment-Angebot bereit, das
über das Planetarium, aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen informiert
und demnächst auch eine Puzzle-Applikation sowie ein Quiz zum Planetarium
bieten wird. Darüber hinaus ist die zweite
Foyer-Ebene für verschiedene Ausstellungen nutzbar ­ auch die historische
Bildersammlung des Planetariums zu
Sternenglaube und -kunde soll hier einen
dauerhaften Platz finden.

Das Sternentheater
Vom oberen Foyer aus erreicht man
das ,,Sternentheater" ­ einen 253 Personen fassenden Planetariumssaal mit einer beeindruckenden Projektionskuppel
von knapp 21 Metern Durchmesser und
rot gepolsterten Liegesesseln, in denen
es sich die Gäste während einer ShowDarbietung bequem machen können.
Die Projektionskuppel, für die Spezialbleche des Herstellers Spitz auf einem
Tragegerüst montiert wurden, besteht
aus mehreren Bahnen gelochten Aluminiumblechs, dessen Perforation einen für
die Akustik und die Belüftung des Raumes entscheidenden Faktor darstellt.

Das Planetarium Hamburg befindet sich in
einem über hundert Jahre alten Wasserturm.

Ein Blickfang im Sternentheater ist auch
die ,,Himmelsmaschine", bei der es sich
um einen Zeiss-Planetariumsprojektor
zur opto-mechanischen Darstellung des
gestirnten Himmels handelt. 32 Sternfeldprojektoren können den nächtlichen
Himmel für jeden beliebigen irdischen
Standort in der Kuppel abbilden.
Beeindruckende Bildinszenierungen werden mit dem Kosmos-Simulator ,,Digistar 6" des US-amerikanischen ComputerHerstellers Evans&Sutherland erzeugt.
Ein PC-Cluster aus 20 Grafik-Computern
errechnet dreidimensionale Bildwelten
und stellt live- oder vorproduzierte Videostreams simultan mit Echtzeit-Grafiken dar. Fünf Christie-Projektoren erzeugen in der Kuppel ein 8K-Rundum-Bild,
das mit rund 40 Mio. Bildpunkten beeindruckende Schärfe und Helligkeit erreicht. 3D-Projektionen können mit bis
zu 60 Bildern pro Sekunde und Auge gezeigt werden. Für die farbliche Schärfe
kommen ultra-helle sparks®-Laser der
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