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EuroAmusement Professional 5-2017-Leseprobe

Seite 22 EuroAmusement Professional 5-2017-LeseprobeParks

Was geht, M. Fassier?
Im Interview: François Fassier,
Directeur Opération des Parcs de
Loisirs, Compagnie des Alpes

M

it knapp 22,5 Mio. Besuchern und einem Umsatz von 720,2
Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016 gehört die 1989 gegründete Compagnie des Alpes (CdA) zu den wichtigsten Betreibern
der europäischen Freizeitwirtschaft. Neben diversen Wintersport- und Skigebieten gehören sowohl Freizeitparks als auch
Indoor-Angebote wie Wachsfigurenkabinette zum Portfolio der
Unternehmensgruppe. Aktuell zählt die französische Gruppe
14 Freizeitanlagen: Futuroscope, Parc Astérix, Walibi RhôneAlpes, France Miniatur und das Museum Grévin Paris (Frankreich); Walibi Belgium, Aqualibi, Bellewaerde, mit dem für
2019 angekündigten Wasserpark Aquabelle (Belgien); Walibi
Holland (Niederlande), Chaplin's World by Grévin (Schweiz)
sowie jeweils ein Wachsfigurenkabinett der Marke Grévin in
Montréal (Kanada), Prag (Tschechien) und Seoul (Korea). Über
die weitere Entwicklung der Freizeitsparte der Unternehmensgruppe und ihre Ziele in Europa sprachen wir mit François
Fassier, Directeur Opération des Parcs de Loisirs.
EuroAmusement Professional (EAP): Herr Fassier, im Jahre
2013 kündigte die CdA eine strategische Neuausrichtung für ihre
Sparte der Freizeitparks an. Damals hieß es, man wolle sich auf
jene Parks konzentrieren, ,,die nicht nur regional, sondern vor
allem auch auf nationaler und internationaler Ebene glänzen
können". Wie definieren Sie ,,regional", ab wann zählt ein Park
nicht mehr in diese Kategorie?
François Fassier (FF): Für uns ist ein Themenpark kein regionaler mehr, sobald ein gewisser Anteil der Besucher ­ für
einen Tagesbesuch von bis zu sieben Stunden, ohne parkeigenes Übernachtungsangebot ­ aus einer Entfernung von mehr
als zwei Stunden kommt. Konkret sind damit das Futuroscope
und der Parc Astérix, die sich inzwischen zu wahren Destinationen entwickelt haben, überregional zu nennen. Dort arbeiten
wir fortlaufend an der Verbesserung des Attraktionsangebots
sowie am Ausbau der Übernachtungsmöglichkeiten, um den
Gästen einen mehrtägigen Aufenthalt anbieten zu können. Im
Gegensatz dazu handelt es sich z.B. bei Walibi Rhône-Alpes
um einen Park für Tagesbesucher.
EAP: In diesem Kontext ist sicherlich auch der im Frühjahr
dieses Jahres angekündigte Verkauf des Fort Fun Abenteuerlandes in Deutschland zu sehen ...
FF: Genau, der Verkauf des Fort Fun markiert sozusagen die
letzte ,,Aktion", die im Rahmen unserer strategischen Neuausrichtung erfolgte. Zweifelsohne handelt es sich bei diesem deutschen Park um eine sehr schöne Anlage, dennoch passt ein Park
dieser Größenordnung nicht zu dem Strategieplan, den wir mo40 EuroAmusement Professional 5/2017

mentan verfolgen. So können wir sagen, dass unsere Neupositionierung nach Abgabe einer gewissen Anzahl von Standorten,
die in diese Kategorie fallen, inzwischen abgeschlossen ist. Jetzt
konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung unserer bestehenden Anlagen und befinden uns darüber hinaus auf der Suche
nach Möglichkeiten, unser externes Wachstum durch Zukäufe
voranzutreiben. Es werden keine weiteren Veräußerungen mehr
erfolgen, eher befinden wir uns nun auf Akquisitionskurs.
EAP: Das Fort Fun ist bereits der zehnte Park, den die CdA
an die französische Looping Group abgibt. Gibt es momentan
keine anderen Interessenten auf dem europäischen Markt oder
worin liegt dies begründet?
FF: Nein, das kann ich so nicht unbedingt bestätigen. Es
stimmt, bei der Looping Group handelt es sich um ein Unternehmen, mit dem zusammen wir bereits mehrere Veräußerungen durchgeführt haben. Es hat einfach alles gepasst, auch
im Zusammenspiel mit deren eigener Unternehmensstrategie
­ deshalb erwies sich diese Lösung als unkompliziert.
EAP: Nach unseren Informationen ist der Bau eines neuen Parks in der belgischen Hauptstadt Brüssel geplant, das
,,Spirouland". Was können Sie zum derzeitigen Stand dieses
Projekts sagen?
FF: Richtig, in Brüssel planen wir derzeit einen Park, der die
franko-belgische Comic-Marke ,,Spirou" thematisieren wird.
Der Indoor-Park wird Teil eines neuen Einkaufszentrums sein,
das im Rahmen des Immobilienprojekts ,,Néo" entsteht. Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase ­
wir arbeiten gerade an den Inhalten der Angebote. Das Projekt
wird vermutlich im Jahre 2022 umgesetzt werden. Momentan
erarbeiten wir die Grundlagen, was beispielsweise die anvisierten Besucherzahlen und die Kapazität der Anlage angeht.
Das Angebot soll immersiv sein und die modernsten Technologien einbeziehen. Sagen wir es so, es geht voran ...
EAP: Wer tritt als Investor bei diesem Freizeitpark-Projekt auf?
FF: Das ist die Compagnie des Alpes. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir von einem Investitionsvolumen zwischen 15
und 20 Mio. Euro aus. Mit diesem Projekt werden wir unser
Parkangebot in Belgien komplettieren, wo wir mit Walibi Belgium und Bellewaerde bereits zwei Outdoor-Parks betreiben
und künftig insgesamt zwei Wasserparks bieten werden. Für

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