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EuroAmusement Professional 5-2017-Leseprobe

Seite 24 EuroAmusement Professional 5-2017-LeseprobeParks
man wissen, dass heute bereits einige der großen globalen Player aus der Freizeitparkbranche in China aktiv sind und dass das
Land bereits eine Vielzahl an großen Freizeitanlagen bietet. Deshalb beschränken wir uns momentan eher darauf, den asiatischen
Freizeitmarkt sorgfältig zu beobachten, um etwaige Chancen in
der Zukunft besser bewerten zu können. Was die Skigebiete hingegen angeht, sehen wir im chinesischen Markt tatsächlich großes Potenzial.
EAP: Was können Sie über den Betrieb des Parc Sindibad in
Marokko sagen, der im Jahre 2015 eröffnet wurde und dessen
Entstehung die CdA von Beginn an auf Basis eines Managementvertrags begleitet hat?
FF: Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Betrieb des
Parks in Marokko nur teilweise den Erwartungen entspricht.
Zwar ist es uns gelungen, mit den finanziellen Mitteln, die uns
zur Verfügung standen, dort einen qualitativ ansprechenden
Park entstehen zu lassen. Dennoch fühlt sich die CdA nicht
dazu berufen, reine Managementverträge aufrecht zu erhalten.
Solche Projekte eröffnen uns zwar die Chance, Fuß zu fassen
in Ländern wie diesen, aber unser Ziel ist es nicht, Risiken auf
uns zu nehmen. Und auch wenn wir uns inzwischen von diesem Managementvertrag zurückgezogen haben (Anm. d. Red.:
Ende April 2017), da es zu keiner Einigung hinsichtlich einer
Übernahme des Betriebs kam, konnten wir aus diesem Projekt
positive Erfahrungen ziehen. Gleichzeitig fehlt es in dem marokkanischen Park, der übrigens eine gute Infrastruktur aufweist
und hinter dem eine tolle Mannschaft steht, an Attraktionen und
entsprechenden Angeboten, und deshalb sehe ich dort enormes
Entwicklungspotenzial.
EAP: Der nahe Paris gelegene Parc Astérix, wo das Unternehmen Grévin & Cie seinen Lauf genommen hat, gehört heute
mit 1,85 Mio. Besuchern im Jahr 2016 zu den besucherstärksten
Parks in Frankreich. Neben neuen Attraktionen, wie in diesem
Jahr der neuen Familienachterbahn ,,Pégase Express", investiert
der Park kontinuierlich in die Erweiterung seines Übernachtungsangebots, das bislang aus einem Hotel bestand. Für April
2018 ist die Eröffnung der ,,Cité Suspendue" vorgesehen ...
FF: Korrekt, hierbei handelt es sich um ein idyllisch im Wald
gelegenes Hotel mit 150 Zimmern und einem sehr originellen
Konzept. Ein weiteres Hotel, das 2019 eröffnet werden soll,
ist bereits in Planung. Damit wird die Hotelkapazität schließlich insgesamt 450 Zimmer umfassen. Auf diese Weise können
wir ­ wie bereits erwähnt ­ die Aufenthaltsdauer unserer Gäste
nochmal enorm verlängern.
EAP: Wie sieht es mit den Planungen für einen Wasserpark
bei Parc Astérix aus? Können Sie hierzu schon eine konkrete
Aussage machen?
FF: In der Tat gehört diese Option zu jenen Themen, an denen wir derzeit arbeiten. In den letzten drei Jahren haben wir
im Parc Astérix verstärkt an der Verbesserung des Besucherkomforts und des Services gearbeitet. Zudem haben wir mit
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neuen Attraktionen und Bereichen wie beispielsweise dem
,,Forêt d'Idéfix" (2014), ,,Discobélix" (2016) und in diesem
Jahr dem ,,Pégase Express" auch stetig das Attraktionsangebot
ausgebaut. Nun legen wir den Schwerpunkt eben auf den Ausbau der Hotelkapazität. Auch das Showangebot des Parks soll
künftig erweitert werden.
EAP: Apropos ,,Pégase Express" ­ was können Sie über die
im Juni eröffnete Achterbahn bzw. die Zusammenarbeit mit
dem deutschen Hersteller Gerstlauer sagen?
FF: Mit dem Unternehmen Gerstlauer haben wir bereits in der
Vergangenheit des Öfteren zusammengearbeitet und einige
Projekte umgesetzt ­ uns verbindet ein sehr gutes Verhältnis.
Im Jahr 2018 wird Gerstlauer eine neue Attraktion nach Walibi
Belgium liefern, außerdem sind momentan weitere neue Projekte für Bellewaerde und Walibi Rhône-Alpes im Gespräch
­ es besteht eine sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der CdA und Gerstlauer. Wir sind mit ihrer Arbeit und
der Qualität ihrer Anlagen sehr zufrieden.
EAP: Wenn wir von neuen Angeboten für Besucher sprechen,
wo sehen Sie aktuell einen Trend, in Sachen Technologie etc.?
FF: Ich persönlich stehe den neuen technologischen Entwicklungen, was beispielsweise VR-Anwendungen in Fahrgeschäften angeht, eher skeptisch gegenüber. Schließlich kommen die Besucher zu uns, um gemeinsam etwas zu erleben, im
Verbund mit der Familie und Freunden. Mit einer Brille und
einem Helm auf dem Kopf, geht das schlecht. Darüber hinaus
wollen unsere Gäste echte Emotionen und Sinneseindrücke erfahren, und da ersetzt meiner Meinung nach nichts die Fahrt
mit der eigentlichen Attraktion, dem eigentlichen Ride. Einige
dieser neuen Technologien schließen dies m.E. aus.
Das Interview führte Jennifer Weiß.

What's Up, Monsieur Fassier?
Interview with François Fassier
France's Compagnie des Alpes (CdA) was founded in 1989 and
is now one of the most important operators in the European
leisure industry, with nearly 22.5 million visitors and a
turnover of 720.2 million Euros in the 2016 fiscal year. Along
with various winter sport and skiing resorts, the corporation
also holds amusement parks and indoor facilities such as wax
museums in its portfolio. The French group currently 14 leisure
facilities: Futuroscope, Parc Astérix, Walibi Rhône-Alpes,
France Miniature, and the Grévin Museum Paris (France);
Walibi Belgium, Aqualibi, Bellewaerde, with the water park
Aquabelle announced for 2019 (Belgium); Walibi Holland
(Netherlands), Chaplin's World by Grévin (Switzerland) as
well as respective wax museums under the Grévin trademark
in Montreal (Canada), Prague (Czech Republic), and Seoul
(South Korea). We spoke with François Fassier, Directeur
Opération des Parcs de Loisirs, about the further development

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