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EuroAmusement Professional 3-2018-Leseprobe

Seite 50 EuroAmusement Professional 3-2018-LeseprobeBusinessReport

Kroatien

Eine
Tourismusregion
im Aufwind
Das alles hat die Tourismus- und Freizeitindustrie in Kroatien beflügelt. Beispielsweise eröffnete 2017 mit dem FunPark
Mirnovec (südlich von Zadar gelegen) auch der größte Freizeitpark Kroatiens auf einer Fläche von 45.000 Quadratmetern (siehe EAP-News vom 14.7.2017). Ursprünglich nach seinem Investor ­ der Firma Mirnovec Pirotehnika benannt, hat
der Park zwischenzeitlich seinen Namen seinem Standort entsprechend in FunPark Biograd geändert. Nachfolgend wollen
wir insbesondere die Wasserparks an der Westküste Istriens,
konkret den Wasserpark Istralandia (siehe auch EAP 1/2015
& 6/2015) und den Wasserpark Aquacolors Porec (siehe auch
EAP 5/2015) etwas näher betrachten, sowie aktuelle Aspekte
der Freizeitwirtschaft in Kroatien in den Blick nehmen.

Ö

sterreicher, Deutsche, Niederländer und auch zahlreiche
Skandinavier steuern zur Sommerzeit Jahr für Jahr Richtung Kroatien ­ mit dem PKW bzw. Wohnmobil. Spätestens
ab Salzburg geht es auf der Autobahn geordneter, ruhiger und
damit weniger aggressiv als auf den deutschen Autobahnen
zu. Die Fahrt wird gemütlicher ­ die Gebirgswelt rechts und
links des Highways lässt das Touristenherz höher schlagen.
Knackpunkt ist ­ alle Jahre wieder ­ der Karawankentunnel:
Wird es wieder Stau geben? Ist man erstmal jenseits des Tunnels, fließt der Verkehr wieder ­ vorbei an der herrlichen slowenischen Karstlandschaft und durch das grüne Herz Sloweniens Richtung istrischer Westküste, ehe es vor der Grenze zu
Kroatien oft nochmals staut und mithin Ausharren angesagt
ist, auch wenn es so kurz vorm Ziel schwerfällt.
Dann Sonne, Strand und wohltemperiertes Meer satt ­ das,
was die Mittel- und Nordeuropäer so sehr lieben. Die zurückliegenden Jahre hat Kroatien durchaus von den politischen
und wirtschaftlichen Wirren anderswo profitiert. Viele Kroaten sprechen zudem gut Deutsch und selbstverständlich Englisch. Hinzu kommt die Kaufkraft: Laut einer Untersuchung
des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden waren ausgehend vom deutschen Preisniveau 2017 die Hotel- und Restaurantleistungen in Kroatien um über 35 Prozent günstiger
als in Deutschland (lediglich Ungarn, Türkei und Bulgarien
blieben noch günstiger in diesem Vergleich).
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Istralandia nahe Novigrad im Westen Istriens eröffnete im
Juni 2014. Der Wasserpark Aquacolors Porec hatte ein knappes Jahr später im Mai 2015 Premiere. Beide Wasserparks
liegen nur rund 25 Kilometer voneinander entfernt. Auffällig in beiden Wasserparks sind die zahlreichen Rutschenanlagen ­ sozusagen ,,rutschenparadiesische" Verhältnisse pur!
Ausgestattet wurden beide Parks von dem türkischen Unternehmen Polin. Weitere Parallelen: jeweils ein ansehnliches
Wellenbecken (2.500 Quadratmeter in Istralandia und 1.500
Quadratmeter Fläche in Aquacolors). Die Investoren beider Wasserparks bzw. Betreiber sind zudem ,,Seiteneinsteiger" ins Freizeitbusiness. Investor bei Istralandia ist Branko
Kovaci, der das in Istrien bekannte Bauunternehmen Istrakop betreibt ­ im Falle von Aquacolors Porec investierte die
tschechische Firma Signum, ein auf Stahlkonstruktionen und
Feuerverzinkung spezialisiertes Unternehmen. Alles Zufall?
Darauf angesprochen erklärt uns Paolo Kovaci, Leiter des
Wasserparks Istralandia, selbstbewusst: ,,Wenn Sie sich die
Sache genauer anschauen, dann werden Sie bemerken, dass
es noch mehr Ähnlichkeiten gibt. Was ich jedoch auch ganz
sicher sagen kann, ist, dass wir in jedem Fall die Ersten waren, und das nicht nur in technologischer Hinsicht. Wir unterscheiden uns vor allem auch in der Servicequalität, den
Sicherheitsstandards und natürlich dem Gasterlebnis."
Zur Eröffnung des Wasserparks ging Istralandia von rund
150.000 Besuchern pro Jahr aus. Das war die Prognose in
2014/2015. Auf unsere Nachfrage, wie sich die Besucherzahl
seither entwickelt hat, erklärt Kovaci: ,,Die Besucherzahlen
steigen Jahr für Jahr. Im zurückliegenden Jahr hatten wir rund

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