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EuroAmusement Professional 1-2019-Leseprobe

Seite 21 EuroAmusement Professional 1-2019-LeseprobeWaterParks

Die virtuellen Welten, die
via Headset erlebt werden,
differieren stark.

vorhanden, auch wenn es dort weniger
Geschwindigkeitsunterschiede gibt. Dennoch hängt es auch bei Reifenrutschen
vom Körpergewicht und der Körperlage
ab, ob der Rutscher nun schnell durch
die Kurven rast oder bei einer möglichen
Bergaufstrecke weniger zügig von den
Wasserdüsen nach oben geschossen wird.
Eine erste Version eines VR-Rutschabenteuers ­ noch ganz ohne Tracking
und Geschwindigkeitsmessung ­ wurde im Mai 2017 im Rutschenpark des
Aquaparc Le Bouveret (Schweiz) installiert. Das von der auf virtuelle Welten
spezialisierten Firma Polymorph Software aus Montgermont (Frankreich) realisierte System erweitert die bestehende
Hybrid-Rutsche ,,Houla Hoop" um dieses Hightech-Feature. Die Rutsche von
WhiteWater West (vgl. EAP 3/2015) ist
eine Kombination der Rutschentypen
Constrictor (großer Röhrendurchmesser,
mit runden Booten befahrbar) und Rattler (Trichter-Element, in dem man mit
dem Boot hin und her pendelt) und bot
sich mit ihrer Gesamtlänge von fast 170
Metern perfekt als ,,Spielwiese" für die
virtuelle Realität an. Gerutscht wird immer zu zweit, wobei nur einer der beiden
Probanden die VR-Brille aufbekommt.
Der Rutscher ohne VR-Equipment kontrolliert dabei die Fahrt, während der Insasse mit Brille völlig in die virtuelle Realität abtauchen und die reale Umgebung
um sich herum vergessen kann. Während
der Rutschpartie kann man sich im virtu-

ellen Atlantis umsehen, wird von Haien
verfolgt und gleitet durch haarsträubend
gefährliche Hindernisse hindurch. Von
der Rutschpartie selbst bekommt derjenige ­ abgesehen vom aufspritzenden
Wasser ­ nichts mit und erlebt die Fahrt
durch die eigentlich nur sehr spärlich beleuchtete Röhre völlig neu. Inzwischen
vertreibt der Entwickler sein ,,Splash
VR"-Produkt über den türkischen Hersteller Polin Waterparks.
Im Aqualandia Jesolo (Italien) wurde
zur Sommersaison 2017 die FreefallReifenrutsche ,,Scary Falls" mit VR
ausgestattet. Auch hier verlässt sich
der Anbieter darauf, dass die Rutscher
ungefähr immer gleich lang unterwegs
sind ­ ohnehin lässt sich die Rutschpartie in den schweren Booten sitzend nur
schwer kontrollieren. Nach einer rasanten Gefällstrecke gelangt der Rutschende auf eine Zwischengerade, wo ihn ein
Förderband langsam nach vorne Richtung Abgrund zieht. Was während des
normalen Rutschvorgangs von LaserLichteffekten begleitet wird, sieht mit
VR-Brille wesentlich spektakulärer aus.
Der Rutscher steuert hier nämlich durch
den Amazonas und dann direkt auf eine
Klippe mit Wasserfall zu. Dort geht es
im fast freien Fall den Wasserfall hinab. Unten landet man dann mit einem
Splash in der Lagune ­ und wird nach
dem Ablegen des VR-Headsets wieder
in die echte, schon fast langweilige,
Welt zurückgeholt.

Beiden Rutschen ist gemeinsam, dass
sie komplett ohne Tracking auskommen
und technisch gesehen ,,nur" aus einem
wasserfesten Smartphone in einem robusten Gehäuse bestehen. Aktiviert
werden die Brillen durch einen einmaligen Scan am Start, der Film startet mit
der Passage eines Sensors am Rutscheneinstieg.

Perfekte Immersion
durch Position Tracking
Das Gefühl, sich wirklich in einer virtuellen Welt zu befinden, wird durch
den Film an manchen Stellen zerstört
­ nämlich dann, wenn Umschwünge
in der Rutsche oder langsame Passagen
nicht zum eigentlichen Rutschgefühl
passen. Um diesem Problem Herr zu
werden, haben sich die findigen Tüftler
des Unternehmens Ballast Technologies
aus San Francisco (USA) eine Kombination aus Position Tracking und Virtual
Reality ausgedacht. Sensoren innerhalb
der Rutsche registrieren dabei den Rutschenden und gleichen sich mit dem
Headset ab. Die ablaufende Animation
wird beschleunigt oder verlangsamt ­
je nachdem, an welchem Abschnitt in
der Röhre sich der Gast befindet. Erstmalig umgesetzt wurde dieses System
von Wiegand Maelzer und Ballast im
,,Galaxy" der Therme Erding auf der
Uphill-Reifenrutsche ,,Space Glider"
(EAP 4/2018). Zur Eröffnung im März
EuroAmusement Professional 1/2019

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