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EuroAmusement Professional-2-2019-Leseprobe

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Parks

Spreewelten 2.0
Vom Familienbad zum Pinguinland
Nord- oder Südpol? Lübbenau!
Es hat sich vieles verändert im Spreewelten Bad in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz). Dem Bad, wo seit 2008
das ,,Schwimmen mit den Pinguinen"
möglich ist (vgl. EAP 5/2009). Mit aktuell 22 Humboldt-Pinguinen und zwei
Tierpflegerinnen ist das Bad gleichzeitig
auch ein eingetragener Zoo. Nun wurde
die Pinguinanlage neu inszeniert: Fast
zehn Jahre nach einer ersten Umgestaltung und dem Einzug der Pinguine in
das Spaßbad ­ einem Alleinstellungsmerkmal auf europaweiter Ebene ­ ist
erneut in die Modernisierung des Bades
sowie in den Bau eines Hotels investiert
worden (wir berichteten in EAP 3/2016).
An den Plänen der Weiterentwicklung
arbeitete man seit 2011, ab 2014 wurde
die Vision konkret. Insgesamt 24 Mio.
Euro sind letztendlich in die Sanierung
der Anlage und den Hotel-Neubau geflossen, wovon ein Teil von der Stadt
Lübbenau als Eigentümerin und ein weiterer Teil von der Spreewelten GmbH als
Betreiberin des Bades und des Hotels
finanziert worden sind. ,,Mit den Spreewelten schaffen wir einen Freizeitleuchtturm, der national ausstrahlt, gleichzeitig aber mit besonderen Geschichten für
eine Stärkung der regionalen Identität
sorgt. Unser innovatives Pinguinland
ist eine Erfolgsstory für den gesamten
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Spreewald", so
Michael Jakobs,
Geschäftsführer der
Spreewelten.
Nach einer Schließzeit von acht Monaten wurde das Bad im Dezember 2018
wiedereröffnet. Das Hotel konnte Anfang
März dieses Jahres seine ersten Übernachtungsgäste willkommen heißen.
Wer das Bad in seinem vorherigen Zustand kannte, nimmt die Veränderungen
schon beim Betreten der Anlage wahr.
Bereits im Eingangsbereich werden die
Gäste nun von kunstvoll gestalteten
Wandmalereien begrüßt ­ Pinguine im
Comic-Look. An dieser Stelle beginnt
das Eintauchen in das ,,Pinguinland", in
die eigens für das Bad geschriebene Geschichte der Spreewald-Pinguine. Nach
dem Umziehen begegnen die Pinguine
dem Gast wieder, dieses Mal im Duschbereich, wo sich die bunte Pinguin-Malerei (des Rügener Künstlers Arvid v.
Oertzen) fortsetzt.
Im Badbereich selbst wird die PinguinGeschichte an verschiedenen Stellen
und auf unterschiedliche Art und Weise
weitererzählt bzw. immer wieder aufgegriffen ­ zum Beispiel in Form von Schildern, die am Rande des Strömungskanals
angebracht sind, mit ,,Logbucheinträ-

gen", die den Gästen darüber Auskunft geben, wie die Pinguine von
Feuerland in den Spreewald gekommen sind. Oder auch als Schatzkarte, die am Grund des Wellenbeckens zu sehen ist. Oder in Form
von niedlichen Pinguinfiguren,
die es im thematisierten Wasserspielbereich zu entdecken gibt.
Oder an den Rutschenausgängen,
die ebenfalls mit Pinguinbildern
verziert sind. Oder, oder, oder.

Look & Feel
Die Berliner Kreativagentur dan pearlman Erlebnisarchitektur ­ die dieses
Jahr übrigens ihr 20-jähriges Bestehen
feiert ­ war maßgeblich in die kreativen
Prozesse während der Erweiterungsplanungen involviert und begleitete das
Projekt bis zur finalen Wiedereröffnung.
So lieferte das Unternehmen zunächst
die Entwurfsplanung und erstellte in
diesem Zusammenhang einen Masterplan inklusive Style Guide, der wichtige
Vorgaben für Formsprache, Material, die
Pinguingeschichte, sozusagen für das
,,Look & Feel" im Bereich der Innengestaltung des Bades, enthält.
,,Beim Planen und Bauen im Bestand
tauchen erfahrungsgemäß immer wieder
unerwartete Hürden auf, für die es kreative Lösungen zu finden gilt", erklärt
Kieran Stanley, CEO von dan pearlman.
Er ergänzt: ,,Derart komplexe Aufgaben
sind nur mit einem klar strukturierten
Prozess zu schaffen, der ein kollaborativer Prozess sein und alle Verantwortlichen einbeziehen muss." Dabei orientie-

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