< Seite 13
Seite 15 >

Seite 14

EuroAmusement Professional-5-2019-Leseprobe

Seite 14 EuroAmusement Professional-5-2019-LeseprobeParks

Die zwölf Fahrzeuge verfügen über viele Original-Elemente im Ducati-Design.

W

ährend der im italienischen Maranello beheimatete Automobilhersteller Ferrari es bislang vorzog, seine
Freizeitangebote in Abu Dhabi und in
unmittelbarer Nachbarschaft zum spanischen PortAventura anzusiedeln, nutzte
nun der Motorradhersteller Ducati mit
Sitz in Bologna die Chance zur Errichtung eines eigenen Themenbereiches in
einem nahegelegenen Freizeitpark. Am
18. April 2019 eröffnete im ca. eine Autostunde von Bologna entfernten Mirabilandia die ,,Ducati World".
Seit der Gründung durch Antonio Ducati im Jahr 1926 hat das Traditionsunternehmen bereits eine bewegte Geschichte
mit vielen Ups-and-Downs durchlebt,
die mit der Produktion von Bauteilen für
Radios begann und sich erst nach Ende
des Zweiten Weltkriegs mit der Entwicklung eigener Fahrzeuge weiter fortsetzte.
Nach mehreren Übernahmen und Wechseln der Mehrheitsanteile gehört Ducati
heute als 100-prozentige Tochter zum
Audi-Konzern und somit zur Volkswagen
Group. Die Ducati World, der erste von
einer Motorradmarke inspirierte Themenbereich in einem Freizeitpark, verfügt über gleich mehrere Attraktionen,

Zwei hochmoderne MotionSphere-Simulatoren bieten
ein nahezu naturgetreues
Fahrerlebnis.

Mirabilandias
Ducati World
Mit Desmo Race im
Geschwindigkeitsrausch
die Groß und Klein das Fahrgefühl auf
einem Motorrad vermitteln und ­ so das
Ziel der spanischen Betreibergruppe
Parques Reunidos ­ viele Motorradfans
aus aller Welt in den Park locken sollen.
Für 25 Mio. Euro entstand auf einer Fläche von 35.000 Quadratmetern sowohl
ein Indoor-Bereich mit Dauerausstellung,
Gastronomie, Shop und einigen Simulatoren als auch ein Outdoor-Bereich mit
Fahrgeschäften für die ganze Familie.
Hauptattraktion ist ,,Desmo Race" ­ der
erste interaktive Duelling-Coaster der
Welt von Maurer Rides.
In Fachkreisen ist Ducati bekannt für seine
spezielle zwangsgesteuerte Ventilsteuerung bei Viertaktmotoren, die sogenannte
Desmodromik. Diese einst in den 1950er
Jahren für den Einsatz in Rennmotorrädern
entwickelte Technologie kommt auch
heute noch exklusiv in Ducati-Motorrädern zum Einsatz und ist nach
einigen Motor- und Motorradtypen
nun auch Namensgeber für den
neuen Spike Racing Coaster im
Mirabilandia. Auf diesem soll ein
Rennen auf zwei Motorrädern des
Typs ,,Panigale V4" nachgeahmt
werden, der zur neuesten Motorrad-Generation von Ducati gehört
und dessen Technik und Knowhow auf den Erfahrungen aus der
Motorsportserie ,,MotoGP" basiert.
Für das Fahrzeug-Design arbeitete
Maurer Rides eng mit Ducati zusammen, so dass für eine möglichst

18 EuroAmusement Professional 5/2019

realistische Gestaltung der Fahrzeuge
auch Originalelemente zum Einsatz kommen konnten, wie z.B. die Motorradfront
und das Display mit Gang- und Geschwindigkeitsanzeige.
Desmo Race ist der weltweit erste doppelspurige Spike Coaster und erst die
zweite Anlage dieses Achterbahntyps
überhaupt. Der einspurige Prototyp ,,Sky
Dragster" ging 2017 im Allgäu Skyline
Park in Betrieb (vgl. EAP 6/2016) und
verfügt über ein 271 Meter langes und
knapp 12 Meter hohes Streckenlayout.
Im Vergleich dazu spielt Desmo Race
­ mit seinen beiden nahezu parallel verlaufenden je 525 Meter langen Strecken
und mit bis zu 22 Metern Höhe ­ schon
in einer etwas anderen Liga. Das zeigt
sich u.a. auch an der deutlich höheren
Kapazität, die hier bei einer Fahrzeit von
einer Minute aufgrund des paarweisen
Einsatzes von insgesamt 12 Motorrädern für jeweils zwei Personen mit bis
zu 1.000 Personen pro Stunde gegenüber
dem Sky Dragster mehr als verdoppelt
werden konnte.
Natürlich sind es weder diese Werte, noch
die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h
oder die mit einem Motorradfahrer vergleichbare Sitzposition, mit der sich Maurers Spike Coaster vom Wettbewerb abgrenzt. Das Besondere an diesem Achterbahntyp ist, dass deren mit Elektromotoren ausgestattete Fahrzeuge die Strecke
mittels Zahnradantrieb durchfahren. Dieser gestattet es den Gästen, ihr Fahrzeug
mit einem Drehgriff innerhalb einer technisch vorgegebenen Spanne selbst individuell zu beschleunigen und abzubremsen.
Das bedeutet, dass ein Fahrzeug bei jeder
Fahrt an jedem einzelnen Punkt der Strecke eine unterschiedliche Geschwindigkeit annehmen kann, was wiederum eine
vollkommen freie Layoutgestaltung ermöglicht.

zurück zum Anfang von "EuroAmusement Professional-5-2019-Leseprobe"