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Park-Report 2019/2020

Freizeitparks erreichen Eventstatus
Trotz hitziger und oft undifferenzierter Klimadebatten,
Flugscham-Diskussionen und Wahrnehmung einer wachsenden Terrorgefahr auch in Europa scheint die Reiselust der
Deutschen ungebrochen. Laut einer aktuellen Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) machten
die Deutschen im Jahr 2019 häufiger und teureren Urlaub als
noch 2018. Die Zahl der Urlaubsreisen, die länger als fünf
Tage dauerte, liegt demnach bei über 70 Mio. pro Jahr, Tendenz steigend. Bei den so genannten Kurzreisen generierten 35
Mio. Reisende im Jahr 2018 rund 88 Mio. Kurzurlaubsreisen.
Wird die Zahl der Gästeübernachtungen ­ lt. Bundesamt für
Statistik in Deutschland ­ betrachtet, so stieg diese im Zeitraum Januar bis November 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent auf 464,7 Mio. Davon entfielen 83,6
Mio. Übernachtungen auf ausländische Gäste (+2,6 Prozent)
und 381,1 Mio. auf Gäste aus dem Inland (+3,9 Prozent). Für
das Gesamtjahr 2019 wird die Zahl der Übernachtungen voraussichtlich einen neuen Rekordwert von 494,7 Mio. erreichen
­ das entspricht einem erneuten Plus von 3,5 Prozent (Prognose des Statistischen Bundesamtes).

Wer verbringt wie seine Freizeit?
Ein für viele sicher erschreckendes, wenn auch wenig überraschendes Bild unserer westlichen Gesellschaft zeichnet sich
im ,,Freizeitmonitor" der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen ab, wonach die Medien ­ TV, Netflix, Instagram & Co.
10 EuroAmusement Professional 2/2020

­ unseren Alltag dominieren. Stand vor zehn Jahren der Punkt
,,mit der Familie etwas unternehmen" bzw. ,,mit den Kindern
spielen" noch auf Platz 5 (von 10) der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen im Vergleich, so kommen diese Positionen 2019
gar nicht mehr im Angaben-Ranking vor. D.h. im Freizeitmonitor wird auffällig deutlich, wie gering Erholungs- und Sozialzeiten in der Freizeit der Deutschen neuerdings ausfallen.
,,So werden nur noch lediglich drei soziale Aktivitäten von der
Mehrheit der Bevölkerung regelmäßig ausgeübt, wobei weniger Bürger Zeit mit dem Partner verbringen oder über wichtige
Dinge reden als noch vor fünf Jahren. Und auch regenerative
Aktivitäten, wie seinen Gedanken nachgehen, Ausschlafen
oder sich in Ruhe pflegen, finden seltener statt als in der Vergangenheit", heißt es in der Hamburger Studie.
Trotz alledem hat sich die Zahl derer, die wenigstens einmal
pro Jahr einen Freizeitpark besuchen, weiter erhöht. Steuerten
vor fünf Jahren durchschnittlich 30 Prozent der Deutschen einmal im Jahr einen Erlebnispark an, so waren das 2019 bereits
33 Prozent.
Der Besuch eines Freizeit- und Erlebnisparks hat damit einen
Eventcharakter ­ einen besonderen Status, eine besondere
Wertigkeit im Bewusstsein der Konsumenten ­ angenommen.
Themenparks werden zwar immer noch spontan zum Ausflugsziel erkoren, aber viel häufiger noch vorgeplant als Gemeinschaftsevent gebucht und besucht. Themenparks als Orte
sozialer Begegnung und gemeinschaftlichen Erlebens haben
(trotz der o.g. negativen gesellschaftlichen Parameter) also an

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