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EuroAmusement Professional-4-2020-Leseprobe

Seite 38 EuroAmusement Professional-4-2020-LeseprobeIch zeig dir meine
Welt, so wie sie mir
gefällt ...

Social Media-Marketing

Geliebt, gehasst und
unverzichtbar ...
Laut einer von dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Readly
im März 2020 durchgeführten Umfrage
scrollt fast die Hälfte der Befragten ohne
konkreten Anlass auf ihren Smartphones
herum. ,,Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen zeigen sich extreme Unterschiede: Unter den 18- bis 29-Jährigen sagen
80 Prozent aus, schon mal ihr Smartphone zur Hand genommen und gescrollt zu
haben, ohne ein Ziel dabei zu verfolgen.
Unter den 30- bis 39-Jährigen sind es 73
Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen 54
Prozent. Bei den Über-50-Jährigen sagt
dies immerhin noch knapp ein Drittel",
so die Studie. Wenn das kein Grund ist,
genau an diesem ,,Ort", an dem sich so
viele Menschen freiwillig ,,aufhalten",
die eigenen Produkte und Dienstleistungen ins rechte Licht zu setzen!
Und auch wenn dieselbe Befragung
ergab, dass die Menschen ihr eigenes
Nutzungsverhalten teilweise als eher
,,bedeutungslos" empfanden und meinten, in dieser Zeit vielleicht auch etwas
,,Sinnvolleres" hätten tun können, so
waren sie doch am Screen. Ebenso erkannte laut Studie eine große Zahl der
Nutzer, dass ihre Social Media-Aktivitäten durchaus auch negative Effekte
haben könnten. So gab jeder zweite an,
durchaus schon Negativ-Auswirkun72 EuroAmusement Professional 4/2020

Foto: Thuy Lam

Foto: TBrooke Cagle

Management

gen ­ wie Selbstwertprobleme oder
Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder
Sehstörungen ­ bei sich bemerkt zu haben. Diese auf den ersten Blick widersprüchliche Bewertung lässt jedoch eine
durchaus positive Schlussfolgerung zu:
Denn nur wer sein Nutzungsverhalten
bereits aktiv und ehrlich reflektieren
kann, ist letzten Endes in der Lage, die
Möglichkeiten moderner digitaler Technologien wirklich sinnstiftend in sein
analoges Leben zu integrieren.
Parallel zu dieser zunehmenden Selbstreflexion hat sich Social Media in den
letzten Jahren tatsächlich auch von
einem Hype hin zu einer ernstzunehmenden Marketingdisziplin gemausert.
Selbst die so genannten Silver Ager sind
­ wie eingangs in Zahlen gefasst ­ via
Mobile zu einem großen und wachsenden Teil erreichbar. Und genau um diese
Erreichbarkeit geht es schließlich. Social Media wird deshalb inzwischen als
fester Bestandteil im Marketingmix eingesetzt ­ einerseits als Kundengewinnungsstrategie oder auch als Teil crossmedialer Kommunikationsstrategien.
Mehr Aufmerksamkeit, Steigerung der
Unternehmensreputation oder auch
ganz konkretes Produktmarketing ­ immer mehr Unternehmen können dabei
bereits messbaren Nutzen verzeichnen.

Soziale Netzwerke funktionieren dabei
genau genommen wie Mund-zu-MundPropaganda, nur eben online. Die Reichweite einer solchen Empfehlung ist auf
diesem virtuellen Weg allerdings wesentlich größer als im persönlichen Gespräch ...
Wer sich für Social Media als Marketing-Tool entscheidet, sollte sich im Vorfeld unbedingt auch überlegen, welche
Plattform und welche Art für den jeweiligen Zweck, die jeweiligen Zielgruppen
die Richtigen sind. Zu unterscheiden
sind m.E. hierbei Blogs ­ die am ehesten
,,greifbaren" Content produzieren ­ und
Influencer-Kanäle wie z.B. Instagram,
Pinterest, Twitter oder auch (etwas aus
der Mode gekommen) Facebook.
Während Blogger mit eigenen Textbeiträgen und Bildern ,,der Welt" ihre Erfahrungen und Erlebnisse präsentieren
Influencer
Der Influencer trägt das Ziel bereits im
Namen, er bzw. sie sind ,,Beeinflusser",
die in ihrem Netzwerk ­ genauer gesagt
auf ihrem z.B. Instagram- oder TwitterKanal ­ als Meinungsführer agieren,
viele ,,Freunde" haben und von ihren
Followern als themenkompetent wahrgenommen werden. Und genau dies ist der
Punkt, an dem diese ,,Beeinflusser" für
Werbekunden attraktiv werden.

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