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EuroAmusement Professional 5-2010-Leseprobe

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Management

Normen und Qualität:

WER garantiert WIE für die
Sicherheit auf Kinderspielplätzen?

K

arussells und Achterbahnen, also
Fahrgeschäfte aller Art zählen zu
den so genannten ,,Fliegenden Bauten"
und unterliegen strengsten Normen,
Sicherheitsauflagen und Kontrollvorschriften ­ zumindest in Deutschland.
Hier geht kein Fahrgeschäft an den Start,
ohne vorher von den Technischen Überwachungsvereinen (TÜV) nachweislich
abgenommen und für fahrsicher erklärt
worden zu sein (siehe auch unseren Beitrag ab Seite 67). Ganz anders bei Spielplatzgeräten: Zwar gibt es entsprechende Richtlinien und Vorgaben ­ eine
wirkliche Kontrolle, ob sich die Betreiber eines Spielplatzes tatsächlich an die
vorgesehenen Normen und Inspektionsvorschriften halten, gibt es jedoch nicht.
Spielplätze und Spielgeräte müssen seit
1998 der europäischen Norm DIN EN
1176 und 1177 (in der neuesten Fassung
von 2008) entsprechen, die die deutsche
Norm DIN 7926 ablösten. Ebenfalls zu
beachten sind die Regelungen der DIN
18034 (Anforderungen und Hinweise
für Planung und Betrieb). Diese Normen
formulieren die Mindestanforderungen
an Konstruktion, Einbau und Anordnung
unter sicherheitstechnischen Gesichts72 EuroAmusement Professional 5/2010

punkten. Dazu zählen auch die Bodenbeschaffenheit in Abhängigkeit von der
Fallhöhe, erforderliche Abstände u.ä.
Alle seriösen Hersteller von Spielgeräten haben ein großes Interesse an der
Einhaltung dieser Vorgaben und Normen und sind zur Kennzeichnung des
Gerätes verpflichtet. Auf dem Gerät
müssen Name und Adresse des Herstellers, Nummer und Datum der EN-Norm,
das Gerätekennzeichen und das Herstellungsjahr angegeben sein. Die Bundesländer regeln in ihrer Landesbauordnung den Rahmen für die Erstellung und
Unterhaltung eines Spielplatzes. Verantwortlich für die Sicherheit der Anlagen
ist letztendlich jedoch einzig und allein
der Betreiber!
Kinderspielplätze und Kinderspielgeräte
bergen durchaus Gefahren, die für den
Laien oft nicht erkennbar sind. Im Frühjahr 2009 hatte der TÜV Rheinland bundesweit Kinderspielplätze auf ihre Sicherheit überprüft, wobei nur jeder
zehnte für ,,in Ordnung" befunden wurde. In insgesamt 16 Fällen wurde sogar
wegen erhöhter Lebensgefahr für die

Kinder eine sofortige Sperrung gefordert. Grundlage auch dieser Untersuchung bildete die bereits erwähnte ENNorm 1176.
Als Reaktion auf dieses desaströse
Ergebnis hatten der TÜV Rheinland, die
Firma Pieper Holz, Galeria Kaufhof und
BILD der FRAU unter der Schirmherrschaft der ehemaligen Familienministerin Ursula von der Leyen schließlich
die gemeinsame Aktion ,,Gewinnt euren
Traum-Spielplatz!" ins Leben gerufen.
Die Resonanz darauf war enorm. Der
Kindergarten ,,Birkenwiese" in Langensalza gehörte zu den Gewinnern: Nach
den Vorstellungen der Kinder sowie bei
hundertprozentiger Einhaltung der
Sicherheitsvorschriften entstand ein
30.000 Euro teures Spielparadies mit
Kletterwand, Sand-Rad, Sechseckturm,
Feuerwehrstange, Rutsche, Kletternetz,
Schaukel, Karussell und Wippe. Umgesetzt wurde der Traum-Spielplatz von
der angesehenen Olsberger Firma Pieper
Holz. Das bekannte Unternehmen aus
dem Sauerland gehört seit vielen Jahren
zu den Spezialisten im Holzspielgerätebau und hat sich bei der Umsetzung des

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