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EuroAmusement Professional 1-2010-Leseprobe

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Technologie

Spannungsvoller Anblick
im Pleasure Beach Blackpool: der gute alte Woodie
(Big Dipper, 1923) vor
dem wesentlich jüngeren
,,Big One" (1994).

Wooden Coaster

Aus einem ganz besonderen Holz
D

ie Geschichte der Achterbahnen
beginnt mit dem Werkstoff Holz.
Und das unabhängig davon, wo man die
Ursprünge sucht. Sei es bei den so genannten ,,Russischen Bergen", die ursprünglich Rampen für das winterliche
Rodelvergnügen boten und später zur
Erweiterung der Saison mit Rollbrettern
genutzt wurden. Oder sei es bei den
,,Switchback Railways", welche zuerst
in den USA ­ insbesondere von LaMarcus Adna Thompson ­, aber danach auch
in England Fuß fassten und später die
Weiterentwicklung zur ,,Scenic Rail-

Über die Jahre lässt sich der in der
Retrospektive wenig verwunderliche
rasante Wandel in der Streckenführung
der Bahnen gut
erkennen: Die
Bahnen wurden immer höher, schneller

und steiler. Vor allem in den als goldenem Jahrzehnt der Achterbahnen deklarierten 20er Jahren überboten sich die
Parks mit immer spektakuläreren Anlagen, welche durch stetige technische
Verfeinerung möglich wurden. Der wesentlichste Aspekt dabei waren Sicherheits-Features, bei denen John Miller
der wichtigste Vorreiter war. Er meldete
bereits 1910 das Patent für die Rücklaufsperre auf Liftpassagen und ­ noch wesentlicher ­ 1919 das Patent für Räder
an, die unter die Schiene greifen und
somit ein Abheben (und im Normalfall
auch Entgleisen) des Zuges verhindern.
Sein Handwerk hatte Miller zuerst bei
Thompson und später bei der noch heute
existenten Philadelphia Toboggan Corporation (PTC) gelernt.

Die Fahrt auf dem
Rollercoaster in
Great Yarmouth
führt in eine
vergangene Zeit
ohne UpstopWheels zurück.

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way" einleiteten. Der Grund für die
Wahl des Werkstoffs ist klar: Holz ließ
sich einfach verarbeiten und auch gut
zum Bauplatz transportieren. Und mit
einer Metallschicht auf der hölzernen
Schiene hielt sich der Verschleiß durch
die metallenen Räder auch in Grenzen.
Der neuartige Fahrspaß und die Lust an
der Fortbewegung machten Holzachterbahnen schnell zu Publikumslieblingen.

Abgesehen von der Einführung von
Stahlstützen ­ ein Vorreiter hierbei war
Harry G. Traver ­ und verschiedenen
Zugkonstellationen gab es in der Folgezeit nur geringe Weiterentwicklungen,
die direkt ins Auge fallen. Geschuldet
war dies im Wesentlichen der weltpolitischen und -wirtschaftlichen Lage, die
den Neubau von Achterbahnen nur noch
vereinzelt zuließ. Gleichzeitig ging die
Gesamtzahl der funktionsfähigen Ach-

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