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EuroAmusement Professional 6-2009-Leseprobe

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Das klare blaue Wasser der Lagune ist gereinigtes und
entsalztes Meerwasser, das in einem regelmäßigen Kreislauf
ausgetauscht und damit wieder zurück ins Meer gepumpt wird.

Bäder

,,Crystal Lagoons"

Wo Meer und Pool sich berühren ...
Gigantomanie nährt ­ und das nicht selten ­ Gier, Grenzen- und Maßlosigkeit
oft ins Unermessliche. Gänzlich Neues,
also noch nie Dagewesenes, das auf dem
allzu modernen ,,Thinking big" basiert,
wird deshalb (derzeit) zumeist mit skeptischen Blicken be- und oft verurteilt.
Manches Mal auch zu unrecht. ,,Crystal
Lagoons", wovon nachfolgend differenziert die Rede sein wird, gehört zur Kategorie des noch nie Dagewesenen und
gleichzeitig zur Kategorie ,,Thinking
big". Böse Zungen mögen es abwertend
Gigantomanie nennen.
Vorweg: Das vom chilenischen Unter nehmen Crystal Lagoons konzipierte
Tourismus-Projekt wird zunehmend auf
großes Interesse stoßen, der Erfolg
scheint vorprogrammiert. Es bietet Lösungen, wo es vorher keine Lösung gab
­ es bietet Sicherheit, wo vorher Unsicherheit und Gefahren lauerten. Der
Reihe nach. Der chilenische Biochemiker Fernando Fischmann gilt als der Erfinder der größten Badewanne der Welt.
Er machte aus einer der Natur geschuldeten ,,Not" eine innovative Tugend und
das ging so: Chile deckt mit gewaltigen
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4.300 Kilometern Nord-Süd-Ausdehnung gleich mehrere Klimazonen ab
(von Oslo in Norwegen bis Palermo auf
Sizilien sind es gerade mal gut 3.000 Kilometer!). Dennoch bleibt ­ trotz Lufttemperaturen von 30 bis 40 Grad Celsius
­ das Wasser des Pazifik an den Küsten
und Stränden Chiles recht frisch: Es
erreicht durchschnittlich meist nur bescheidene 16 bis 18 Grad. Ursache hierfür ist der Humboldt-Strom (benannt
nach dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt): Er treibt kontinuierlich gewaltige Wassermassen vom
frostigen Südpol in Richtung Norden
entlang der chilenischen Küste. Hinzu
gesellen sich teilweise gefährliche Strömungen, die nicht nur für unerfahrene
Schwimmer eine Gefahr darstellen ­
unabhängig vom deshalb weitflächig
verhängten offiziellen Badeverbot an
Chiles herrlichen Küsten. Diese ,,Gemengelage" motivierte Fischmann zu
Alternativen. Rund zehn Jahre brauchte
er bis zu einer (sehr sparsamen) Komplettlösung, die jenseits aller bisherigen
Lösungen liegt: ein Pool mit gigantischen Ausmaßen bei sehr überschaubaren Kosten für den laufenden Betrieb!

Von der Idee zum Projekt
Aus der Idee wurde ein Projekt und aus
dem Projekt das touristische Highlight
Chiles: Im Badeort Algarrobo (etwa
100 Kilometer westlich von Santiago de
Chile und in etwa auf einer Höhe mit
Buenos Aires) errichtete Fischmann direkt hinter dem Strand einen künstlichen
Pool mit exakt 1.013 Metern Länge und
80.000 Quadratmetern Grundfläche ­
inklusive Hotels. Wer hier folglich mal
eben schnell eine Runde schwimmt, hat
dann glatte zwei Kilometer mittels Muskelkraft absolviert! An seiner tiefsten
Stelle ist die Riesenbadewanne 35 Meter
tief. Sie hat ein Volumen von 250.000 Kubikmetern Wasser, das mit Hilfe mächtiger Pumpen aller 48 Stunden komplett
ausgetauscht wird. Konkret: Das ,,alte"
Wasser wird zurück ins Meer gepumpt
und dafür wird die entsprechende Menge frisches Wasser aus dem Meer gezogen, gefiltert und mit einer speziellen
Art von Ultraschall gereinigt und zusätzlich entsalzt, ehe es in das Riesenplanschbecken gelangt ... als sauberes,
klares Wasser. Laut Fischmann reicht ­
im Vergleich zu anderen Poolanlagen ­

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