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EuroAmusement Professional 6-2009-Leseprobe

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Bäder

25 Jahre monte mare

Ein Vierteljahrhundert
Freizeit und Erholung
Im Gespräch mit Herbert Doll,
GF der monte mare-Gruppe
Seit 1984 agiert die monte mare Unternehmensgruppe im Markt. Sie zählt mit aktuell zehn von ihr betriebenen Anlagen und rund 2,8 Mio. Besuchern im vergangenen
Jahr zu den bedeutendsten Betreibern von Freizeitbädern in Deutschland. Dennoch:
monte mare ist mehr als ,,nur" ein Betreiber ­ die Firmenphilosophie folgt vielmehr
der komplexen Maxime: Planen, Bauen und Betreiben. In Rengsdorf im Westerwald
befindet sich sowohl der Hauptsitz der Unternehmensgruppe als auch die älteste
monte mare-Anlage: Das dortige, seinerzeit sehr stark defizitäre kommunale Bad
wurde 1984 für die symbolische Summe von einer Mark von monte mare erworben ­
mit der Auflage, die Anlage mindestens 20 Jahre lang zu betreiben. Die neueste
Erwerbung als Betreiber ist das Kreuzauer Freizeitbad (ehemals die ,,Rurwelle"). Die
erst Mitte Februar 2009 übernommene Anlage wird heute als monte mare Kreuzau
betrieben und verzeichnet bereits nach wenigen Monaten beachtliche Erfolge.

In unserem Interview mit Herbert Doll, dem Geschäftsführer
der monte mare Bäderbetriebsges. mbH, fragen wir sowohl
nach dem Geheimnis des in so kurzer Zeit erzielten Erfolges
als auch nach Trends und künftigen Projekten.
EAP: Herr Doll, Sie haben die Anlage an Ihrem Stammsitz
Rengsdorf vor mehr als 20 Jahren für ,,ne schlappe Mark" erworben, um es mal salopp zu formulieren. Würden Sie ein ähnliches Angebot noch mal annehmen?
Herbert Doll (HD): 1972 hat die Verbandsgemeinde Rengsdorf im Rahmen des ,,Goldenen Plans" ein Garten-Wellenbad
errichtet, das schon nach kurzer Zeit ­ unter anderem in Folge
der Ölkrise ­ die Betriebskosten nicht mehr decken konnte.
Ein jährliches Defizit von 1,3 Mio. DM war für die Gemeinde
nicht mehr darstellbar. In den Jahren 1983 / 1984 stand die
Gemeinde vor der Entscheidung, entweder das Garten-Wellenbad abzureißen oder einen Käufer für die Immobilie zu finden. 1984 wurde die Anlage für 1,00 DM von monte mare
erworben. Seit 1984 wurden jedoch mehr als 12,5 Mio. Euro
in Modernisierung, Erweiterung und Instandsetzung der Anlage investiert.
Die Antwort auf die Frage, ob wir ein ähnliches Angebot
nochmals annehmen würden, hängt sicher von verschiedenen
Faktoren ab. Als erstes ist natürlich die Standortfrage von
erheblicher Bedeutung, darüber hinaus müssten auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Erst dann können
wir entscheiden, ob es für einen Standort eine vernünftige und
wirtschaftliche Lösung gibt. ­ Für das Projekt Rengsdorf können wir dies bejahen. Die Anlage wird seit 25 Jahren wirtschaftlich erfolgreich betrieben.
EAP: Vom Vertrag her hätten Sie sich bereits 2004 von der
Rengsdorfer Anlage verabschieden können. Stand diese Option in Ihrem Hause je ernsthaft zur Debatte?

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HD: Die beim Kauf der Immobilie vereinbarte 20jährige Betriebszeit wurde erfüllt. Eine weitere Verpflichtung gegenüber
der Gemeinde gibt es nicht, so dass wir als Eigentümer über
das Gebäude und dessen Nutzung frei verfügen und entscheiden können. ­ Im Jahr 2008 wurde beschlossen, dass die Konzeption der Anlage verändert wird. Aus dem Wellen- und Freizeitbad wird eine Gesundheits- und Wohlfühltherme, die nach
den neuesten Erkenntnissen und Maßstäben entwickelt wird.
EAP: Worin besteht der spezielle USP für monte mare bzw.
was machen Sie anders als andere Betreiberunternehmen?
HD: Die Grundidee des Alleinstellungsmerkmals für die monte mare Unternehmensgruppe hat sich bis heute erhalten,
wobei das Konzept immer wieder adaptiert wird: ,,Planen,
Bauen und Betreiben". Angefangen haben wir als reines
Architekten- und Ingenieurbüro, das über die Bautätigkeit bis
zu den heutigen unterschiedlichen Betreibermodellen (Vollprivatisierung, d.h. Eigentum an dem Projekt, oder Teilprivatisierung als Pacht, gemeinsame Gesellschaften, Geschäftsbe-

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