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EuroAmusement Professional 4-2009-Leseprobe

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In einer großen Erdkugel in der Erlebniswelt
Erde sitzen die Besucher wie in einem
brodelnden Vulkan.

Edutainment

Odysseum Köln

Das Abenteuer Wissen
W

er vor einigen Jahren das Wort Science Center verwendete, stieß häufig auf fragende Gesichter. Museen und
Ausstellungen waren den Europäern ein Begriff. Doch die
auch ,,Hands-On-Museen" genannten Science Center sind bis
heute selten zu finden. 1982 eröffnete das Berliner Spectrum
als erstes klassisches Science Center in Deutschland. Aber erst
durch die Eröffnung des Universum Science Center im Jahr
2000 in Bremen wurden die Einrichtungen populärer. Später
folgten das Phaeno in Wolfsburg, das Science House in Rust
oder das Mathematikum in Gießen. In diese Riege möchte sich
nun auch das Odysseum einreihen, welches im April dieses
Jahres in Köln eröffnete.
Angefangen hatte alles im Jahr 2000, als die Stadtsparkasse
Köln (heute Sparkasse KölnBonn) sich an der Expo in Hannover beteiligte und an einer Nachnutzungsmöglichkeit für die
vielen Exponate der Weltausstellung interessiert war. Im Jahr
2001 gründete deshalb die Stadtsparkasse Köln aus Anlass
ihres 175-jährigen Betriebsjubiläums mit 15,3 Mio. Euro Stiftungskapital die SK-Stiftung Cologne Science Center (CSC),
deren Zweck die Errichtung und der Betrieb eines Science
Centers in Köln ist. In dieser frühen Phase des Projektes lag
die Entwicklung der Inhalte und die Entwicklung eines
Gesamtkonzeptes in der Hand von Prof. Dr. Dr. Franz Josef
Radermacher, der von der SK-Stiftung CSC gebeten wurde,
diese zu entwickeln. Radermacher ist Wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm und gilt als renommierter Zukunftsforscher, der auch an der Expo 2000 planerisch beteiligt war.
60 EuroAmusement Professional 4/2009

Durch einen von ihm gebildeten Pool von 14 Wissenschaftlern
und 14 Wissenschaftsjournalisten wurden 14 Experten-,,Tandems" gebildet, die aus je einer Person beider Berufe mit dem
gleichen Fachbereich zusammen gesetzt wurden. Diese Tandems sollten fortan die Inhalte der Ausstellung ausarbeiten. Es
folgte im Frühjahr 2003 ein metaszenographischer Wettbewerb für die Umsetzung von Inhalten in konkreten Räumlichkeiten, bei dem schließlich ein Modell von Hüttinger Exposition Engineering preisgekrönt wurde. Zusammen mit den entwickelten Inhalten belief sich nun das Projekt Science Center
für Köln auf ca. 80 bis 100 Mio. Euro. Nach Abschluss der
metaszenographischen Planung wurde die Andreas Waschk
Consulting AG (AWC AG) als Gutachter des Projektes vom
Vorstand der Stadtsparkasse beauftragt. Schnell wurde dabei
deutlich, dass ein Projekt in solchen Dimensionen finanziell
nicht tragbar war und so entwickelte AWC ein neues Raumund Realisierungskonzept, ,,was unter dem Umstand der vielen beteiligten Fachkräfte rund um Prof. Dr. Dr. Radermacher
durchaus nicht einfach war", wie Andreas Waschk erklärt. Das
hernach unter Kostengesichtspunkten stark reduzierte Projekt,
das ,,nur" noch ca. 31 Mio. Euro kosten sollte, überzeugte die
Sparkasse und so wurde AWC mit der Gesamt-Projektleitung
sowie der Projektsteuerung des Innenausbaus beauftragt. 2005
erfolgte, auch infolge des nun stark reduzierten Kostenvolumens, die Zusicherung von 12,5 Mio. Euro Zuschüssen vom
Land Nordrhein-Westfalen und drei Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mit diesen Sicherheiten konnte die endgültige Entscheidung zum Bau des Projektes ,,Odysseum" getroffen werden.

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