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EuroAmusement Professional 3-2009-Leseprobe

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Parks

Total verrückt
Gröna Lund eröffnet
Achterbahn ,,Insane"

Insane hat die Skyline Gröna Lunds
entscheidend verändert.

Ob Gröna Lunds Urvater Jacob Schultheiss 1883 geahnt hat, dass seine kleine
Ansammlung von Karussells später
Grundlage für einen der wichtigsten
Freizeitparks in Skandinavien sein würde? Tatsächlich hat der deutsche Gründervater von Gröna Lund auf der Insel
Djurgården mitten in Stockholm die
Basis für Schwedens heute zweitgrößten
Freizeitpark gelegt. Seit Dezember 2001
gehört das jährlich etwa 1,1 Mio. Besucher zählende Tivoli zu Parks & Resorts
Scandinavia AB (mehr über die Geschichte von Gröna Lunds Tivoli veröffentlichten wir in EAP 5/2008).
Um die Besucherzahlen weiter zu steigern, entschied sich das Management
für eine weitere Achterbahn. Da der Park
bei aktuell 35.000 Quadratmetern aber
unter notorischem Platzmangel leidet
(zum Vergleich: Das Tivoli in Kopenhagen ist immerhin 90.000 Quadratmeter
groß), galt es ein Konzept zu finden, bei
dem die Bahn eine möglichst kleine
Grundfläche belegt. Die Wahl fiel auf
einen Zac Spin Coaster von Intamin.
Gröna Lunds Inhaber Johan Tidstrand
und Ride Manager Peter Osbeck sind,
um eine Entscheidung zu treffen, durch
Europa gereist und haben sich verschiedene Achterbahnen in Freizeitparks angeschaut. In Finnlands Linnanmäki steht
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bereits seit 2007 der Prototyp eines Zac
Spin Coasters, der im selben Jahr auch
noch in Spaniens Terra Mitica in Betrieb
ging. Dieser Achterbahntyp ermöglicht
ein aufregendes Fahrerlebnis auf einer
extrem kleinen Grundfläche ­ also genau
das, was man suchte. Je nach Streckenlayout benötigt die Bahn eine Grundfläche von maximal zwölf Meter Tiefe
und 40 Meter Breite ­ so bei der neuesten Version in Gröna Lund. Der Clou
des Zac Spin Coasters ist, dass sich die
Strecke wie bei einer Murmelbahn in
Schleifen übereinander legt. Wenige
starke Stützen tragen dabei mehrere
Etagen an Schienen. Während die beiden ersten Auslieferungen nur 149 Fahrmeter bei 25 Metern maximaler Fahrbahnhöhe boten, wollte der bekennende
Achterbahnfan Johan Tidstrand in
Stockholm höher hinaus. Mit 35,5 Metern Gesamthöhe überragt ,,Insane" ­ so
der Name der neuen Attraktion ­ den
bisherigen Platzhirsch unter Gröna
Lunds Achterbahnen, den Jet Star von
Schwarzkopf, um 3,5 Meter.
247 Meter Streckenlänge wurden, fast
wie in einem Kunstwerk, ineinander verschlungen, und die Einstiegsstation befindet sich unter der Bahn, einige Meter
erhöht. Nicht ungewöhnlich für Gröna
Lund, wenn man bedenkt, dass aus

Platznot mittlerweile ein ,,Musik-Express" sogar auf dem Dach eines vorhandenen Gebäudes aufgesetzt wurde.
Bei Insane wurde also das Stationsgebäude, das die gesamte Grundfläche
überdeckt, höher als normal erforderlich
aufgeständert. Somit konnte die Warteschlange unter dem Stationsgebäude
untergebracht werden.
Verantwortlich für die Thematisierung
ist wieder einmal Nick Farmer, der sein
Können bereits für ,,Kvasten", die letzte
Achterbahn-Neuheit im Park, unter Beweis gestellt hatte. Insgesamt investierte
Gröna Lund 4,5 Mio. Euro in die ,,Total
verrückt"-Achterbahn inklusive der
kompletten Thematisierung.
Fünf Wagen auf Insane bieten Platz für
je acht Passagiere, die jeweils zu viert an
einer Seite der Schiene mit frei hängenden Füßen sitzen. Die Fahrgäste können
durch diese Gondelanordnung sowohl
unter wie auch über sich keine Schiene
während der Fahrt sehen. Beide Seiten
der Gondel sind auf einer zentrierten
Achse unabhängig voneinander gelagert. Dies sorgt schon kurz nach dem
Start auf dem steilen und gewölbten
Lift, bei dem zwei Ketten den Wagen
nach oben befördern, für ein Hin-undher-pendeln der Gondel ­ jeweils in

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