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EuroAmusement Professional 1-2005-Leseprobe

Seite 18 EuroAmusement Professional 1-2005-LeseprobeEAP_01-2005-Umbruch

10.01.2005

11:22 Uhr

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Bäder

Public Private Partnership
Foto: InterSPA, Wonnemar Wismar

Voraussetzungen, Möglichkeiten & Grenzen

,,Public Private Partnership" ist ein Thema von hoher Aktualität und Brisanz
gleichermaßen: Experten haben errechnet, dass in Deutschland in den ersten
neun Monaten des vergangenen Jahres
ca. 500 Mio. EUR kommunale Investitionen im Rahmen von PPP-Modellen
auf den Weg gebracht wurden.
Grund genug für die European Waterpark Association (EWA), sich dem
Thema ,,PPP" im November 2004 mit
einem offenen Seminar zu widmen.
Das Interesse war dem Thema angemessen sehr hoch, so dass die EWAPräsidentin Suzanne Melas anlässlich
des Seminars zum Thema ,,Public Private Partnership und Betreibermodelle
für Freizeitbäder" in Leipzig über
60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
begrüßen konnte, darunter Vertreter
aus Ministerien und Staatskanzleien.
Ein Rekord für EWA-Seminare ...
Als Referenten eingeladen waren in
erster Linie Führungskräfte von Mitgliedsunternehmen des Verbandes, die
über langjährige Erfahrungen mit den
verschiedenen PPP-Modellen verfügen
und bereit waren, diese Erfahrungen zu
teilen. Mit großer Aufmerksamkeit
wurden die klaren Worte der Referen34 Euro Amusement Professional 1/2005

ten aufgenommen, was angesichts der
(oft zu hohen) Erwartungen der Kommunen an private Investoren und Betreiber auch notwendig war.
So machte Rainer Pethran von der
Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitanlagen mbH &
Co. KG (GMF) deutlich, dass die
Übernahme bestehender kommunaler
Bäder und ihre betriebliche Optimierung im Rahmen von PPP-Modellen
nur dann erfolgreich sein kann, wenn
,,die Privatwirtschaft nicht als karitativer Millionär" verstanden wird und die
Kommunen nicht auf kommunale und
politische Bestandsrechte beharren,
wenn diese gegen eine Wirtschaftlichkeit stehen. Ebenso deutlich formulierte es Kai Steuernagel von der monte
mare-Gruppe im Bezug auf Neuinvestitionen im PPP-Modell: ,,Das investive Obligo, also Risiko, wird immer bei
den Kommunen verbleiben."
Bei dem Seminar wurde die gesamte
Bandbreite von Betreibermodellen vorgestellt und jeweils nach ihren Vor- und
Nachteilen ,,abgeklopft". Das gemeinsame Fazit sämtlicher Vorträge: Die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und privaten Betreibern

kann gut gelingen, wenn die Rahmenbedingungen von Anfang an klar definiert sind und die Erwartungshaltungen
der Städte und Gemeinden sich in einem realistischen Rahmen bewegen.
Dass dabei die Bewertung bestehender
Bäderimmobilien im Rahmen einer
Eigentumsübertragung nach der Faustformel ,,Grundstückswert minus Abrisskosten" erfolgt, mag manchen Vertreter
von Städten und Gemeinden im Zuhörerkreis wenig erfreut haben ­ die Praxis aber bestätigt immer wieder, dass
aufgrund einer schwierigen Zweitverwertung von Bäderanlagen eine defensive Bewertung realistisch ist.
Für manche Städte ist die Suche nach
einem privaten Betreiber wie der Griff
nach dem rettenden Strohhalm. Kim
Adam von Wenzel Consulting machte
am Beispiel der neuen Bundesländer
deutlich, wie dramatisch sich die Konkurrenzsituation in den vergangenen
Jahren aufgrund einer fehlenden überörtlichen Leitplanung entwickelt hat.
Deshalb sei es höchste Zeit die ,,Notbremse" zu ziehen ­ parallel dazu müsse eine ,,SOS-Bäderplanung für die
neuen Bundesländer" erfolgen.

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